Drucklufttechnik Stickstoffgewinnung aus Druckluft nutzt Kompressoren als Vorstufe

Autor / Redakteur: Andreas Lenz / Josef-Martin Kraus

Trotz geforderter hoher Reinheitsgrade haben sich zur Stickstoffgewinnung aus Druckluft auch öleingespritzte und -geschmierte Kompressoren etabliert, als wirtschaftliche Vorstufe in kleineren bis mittelgroßen Anlagen. Voraussetzung dafür ist eine nachgeschaltete, absolut ölfreie Druckluftaufbereitung, deren technischer Aufwand sich mit wassereingespritzten Kompressoren reduzieren lässt.

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Voraussetzung für die Stickstoffgewinnung aus Druckluft im Membran- und PSA-Verfahren sind wirtschaftlich arbeitende Kompressoren als Vorstufe. Bild: Almig
Voraussetzung für die Stickstoffgewinnung aus Druckluft im Membran- und PSA-Verfahren sind wirtschaftlich arbeitende Kompressoren als Vorstufe. Bild: Almig
( Archiv: Vogel Business Media )

Viele Unternehmen brauchen nicht nur Druckluft, sondern auch Stickstoff. Im Gegensatz zu Druckluft wird Stickstoff aber in vielen Fällen nicht selbst produziert. Bei kleinerem Bedarf wird er in Gasflaschen bezogen, bei größeren Mengen oft per Spezial-Lkw in tiefkalt verflüssigter Form angeliefert und in Vorratstanks gelagert.

Stickstoff-Lieferungen verursachen großen Aufwand

Dieses System ist hinsichtlich der Logistik sehr aufwändig und energieintensiv. So muss für die Produktion der tiefkalt verflüssigten Gase nahezu doppelt so viel Energie eingesetzt werden wie für gasförmige Produkte. Diese Verflüssigungsenergie wird bei Verwendung von Flüssiggas sozusagen „verdampft“.

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Deutlich preiswerter ist es, den Stickstoff – auch bei geringerem Bedarf – in einer eigenen Erzeugungsanlage selbst herzustellen. Bei derartigen Anlagen kommt dazu das Membran- oder PSA-Verfahren zur Anwendung.

Membranverfahren und PSA-Verfahren bieten Potenzial zur Stickstoffgewinnung

Beide Verfahren haben ein wachsendes Anwendungspotenzial, bei Standorten mit höherem Stickstoffbedarf oder mit unzureichender Versorgung. Letzteres ist insbesondere bei Lohnarbeiten im Ausland der Fall.

Um dieses Potenzial zu erschließen, setzt der Anlagenhersteller Pneumatic Partners in Norderstedt bei Hamburg auf maßgeschneiderte Verfahren. Trotz der geforderten hohen Reinheitsgrade kommen dazu nicht nur ölfreie, sondern aufgrund der Wirtschaftlichkeit auch öleingespritzte und -geschmierte Kompressoren des Herstellers Almig zur Anwendung (Bild 1 – siehe Bildergalerie).

Wichtig für die Stickstofferzeugung ist absolut ölfreie Druckluft

Unabdingbare Voraussetzung für die Erzeugung von Stickstoff ist zunächst die Verfügbarkeit von Druckluft in absolut ölfreier Qualität. Daraus folgt: Wird die Druckluft mit öleingespritzten Schrauben- oder ölgeschmierten Kolbenkompressoren erzeugt, ist zwingend eine nachträgliche absolut ölfreie Aufbereitung erforderlich.

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