Drucklufttechnik

Stickstoffgewinnung aus Druckluft nutzt Kompressoren als Vorstufe

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Im Vergleich dazu ist der Aufwand für die Druckluftaufbereitung bei Verwendung von ölfrei verdichtenden Schrauben- oder Turbokompressoren oder von Schraubenkompressoren mit Wassereinspritzkühlung deutlich geringer. Im maritimen Bereich bevorzugt Pneumatic Partners jedoch öleingespritzte Schraubenkompressoren, weil sie durch das eingespritzte Öl und dessen waschende Wirkung widerstandsfähiger gegen salzhaltige Ansaugluft sind. Dadurch wird besonders bei Kompressorstillstand die Korrosionsgefahr der luftberührten Komponenten reduziert.

Öleingespritzte Kompressoren verursachen weniger Kosten

Weitere Vorteile öleingespritzter Schraubenkompressoren liegen in den niedrigeren Investitionskosten und im geringeren Wartungsaufwand. Außerdem haben die Verdichterstufen öleingespritzter Anlagen eine deutlich längere Lebensdauer.

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Für die anschließend zwingend erforderliche ölfreie Druckluftaufbereitung wird zusätzlich zu üblichen Aktivkohlefiltern oder -adsorbern hauptsächlich auf Konverter gesetzt. Sie arbeiten nach demselben Prinzip wie Pkw-Katalysatoren: Der mit ölgeschmierten Kolben- oder öleingespritzten Schraubenkompressoren erzeugten Druckluft wird der übliche Restölanteil von 2 bis 4 mg/m3 (bei Schraubenkompressoren) durch eine katalytische Oxidation wirtschaftlich und sicher entzogen.

Das Ergebnis ist eine absolut ölfreie Druckluft nach den Anforderungen von ISO 8573-1, Klasse 1 [1]. Als Kondensat fällt reines Wasser an, das sich zum Beispiel bei Stickstoffanlagen zur Frischhaltung von Obst für die Befeuchtung nutzen lässt. Für die Applikation der Kompressor-Konverter-Stickstofferzeuger nach dem Membranverfahren hat Pneumatic Partners ein Patent.

Kompressoren mit Wassereinspritzung bündeln die Vorteile anderer Bauarten

Als Alternative zu öleingespritzten und trockenlaufenden Schraubenkompressoren bieten sich Schraubenkompressoren mit Wassereinspritzkühlung für Anlagen zur Stickstofferzeugung an. So sieht Pneumatic Partners für die Kompressoren der Baureihe Lento (15 bis 85 kW) von Almig eine große Zukunft als Vorstufe der Stickstoffgewinnung.

Kennzeichnend für diese Kompressoren ist die Kombination der Vorzüge öleingespritzter Aggregate mit denen der ölfreien Luftverdichtung. Dadurch werden in den Anlagen alle Risiken vermieden, die aufgrund von Störungen oder mangelhafter Wartung der Aufbereitungskomponenten entstehen und erhebliche Folgeschäden verursachen können. Bei maritimen Anwendungen muss jedoch der Einsatz wassereingespritzter Kompressoren wegen der salzhaltigen Ansaugluft noch geprüft werden.

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