Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.
Der Bund darf nach einer Entscheidung der EU-Kommission dauerhaft die Kontrolle über Rosneft Deutschland übernehmen. Die Brüsseler Behörde teilte mit, bei der Übernahme der Kontrolle durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gebe es keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken. Hintergrund ist eine neue unbefristete Treuhandschaft nach nationalem Recht, wie eine Kommissionssprecherin sagte.
Der Bund hat als Treuhänder bereits zeitlich befristet die Kontrolle über Rosneft Deutschland und damit auch über den jeweiligen Anteil an der Raffinerie PCK Schwedt sowie den Raffinerien MiRo in Karlsruhe und Bayernoil in Vohburg (Bayern). Die Raffinerie PCK in Schwedt versorgt weite Teile des Nordostens und Berlin mit Sprit, Heizöl und Kerosin. Sie gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns.
Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine stellte der Bund die Rosneft-Töchter Rosneft Deutschland (RDG) und RN Refining & Marketing GmbH (RNRM) 2022 unter Treuhandverwaltung. Die damalige Bundesregierung entschied auch, auf russisches Pipeline-Öl zu verzichten, mit dem PCK jahrzehntelang versorgt wurde. Die Treuhandverwaltung wurde bisher für jeweils ein halbes Jahr angeordnet, die aktuelle Anordnung gilt bis 10. März.
Das Ministerium prüft und erwägt nach Angaben einer Sprecherin, künftig eine Treuhand auf einer anderen gesetzlichen Grundlage anzuordnen. Die Treuhandverwaltung nach dem Außenwirtschaftsgesetz wäre nicht auf ein halbes Jahr begrenzt. Das Ministerium werde rechtzeitig vor dem Auslaufen der aktuellen Treuhand über weitere Schritte informieren.
Die Treuhandverwaltung soll nach früheren Angaben des Wirtschaftsministeriums die Versorgungssicherheit gewährleisten, da etwa Rohöllieferanten damit drohten, ihre Geschäftsbeziehungen einzustellen, sollte die Kontrolle an den russischen Staatskonzern Rosneft zurückfallen.
Derzeit sorgt man sich in Brandenburg aber auch wegen möglicher US-Sanktionen: Diese verbieten laut US-Finanzministerium in der Praxis jede wirtschaftliche Interaktion mit Rosneft, Lukoil und ihren Tochterfirmen – nicht nur für US-Unternehmen, sondern auch für ausländische Banken oder Geschäftspartner, die mit den sanktionierten Akteuren in Verbindung stehen. Bis 29. April sind die Sanktionen ausgesetzt.
Rosneft Deutschland vereint den Angaben nach rund zwölf Prozent der deutschen Erdölverarbeitungskapazität auf sich und gehört damit zu den größten erdölverarbeitenden Unternehmen in Deutschland.
Luckenwalde (dpa/bb) *13:34 Uhr – Very british? Woidke besucht Biotechnologie-Unternehmen
Besuch bei Briten – da wechselte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke mühelos ins Englische: Der Regierungschef besuchte nach einer Großbritannien-Reise 2025 jetzt das Biotechnologie-Unternehmen LGC am brandenburgischen Firmensitz in Luckenwalde. Es ist auf die Herstellung von Referenzstandards für die Pharmazie spezialisiert, die für die Qualitätsprüfung von Medikamenten wichtig sind.
Ministerpräsident Woidke sagte am Vormittag laut einer Mitteilung: «Ich schätze es sehr, dass internationale Unternehmen auf den Standort Brandenburg setzen und hier Spitzenforschung und Innovation vorantreiben.» Firmen wie LGC stärkten die Wirtschafts- und Innovationskraft Brandenburgs. Die britische LGC-Gruppe beschäftigt laut Staatskanzlei rund 4.000 Mitarbeitende weltweit, mehr als 200 davon in Brandenburg.
Berlin (dpa) *11:12 Uhr – Schneider: Mehr Gratis-CO2-Zertifikate für Chemieindustrie
Umweltminister Carsten Schneider dringt in Brüssel darauf, dass die Chemieindustrie mehr kostenlose Treibhausgas-Zertifikate bekommt als geplant. «Die Chemiebranche steht unter internationalem Druck und das nehmen wir ernst», sagte der SPD-Politiker. Nötig seien kurzfristig «realistischere Maßstäbe für die Zuteilung kostenloser Emissionsrechte». «Das kann ein Beitrag zur Entlastung der Chemieindustrie werden, darf aber nicht der einzige Schritt bleiben», sagte Schneider.
Der Emissionshandel gilt als wichtigstes Klimaschutz-Instrument der EU. Große Unternehmen, die Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel verkaufen, müssen je nach ausgestoßenem CO2 Emissionszertifikate vorweisen. Politisch wird eine Obergrenze dafür festgelegt, die über die Jahre sinkt. Dies soll zu mehr Klimaschutz führen.
Stand: 08.12.2025
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Die Zertifikate werden versteigert, viele Industrieunternehmen bekommen einen Teil ihrer Zertifikate aktuell aber noch kostenfrei. So will man unter anderem verhindern, dass emissionsintensive Industrien in andere Länder verlagert werden. Die kostenlose Zuteilung soll jedoch schrittweise auslaufen.
Schneider betonte, der Emissionshandel funktioniere gut. «Er verbindet erfolgreich Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke – und das soll auch so bleiben.» Die Rahmenbedingungen müssten aber so gestaltet werden, dass Deutschland und Europa starke Chemiestandorte blieben. An der Gesamtzahl der vergebenen CO2-Zertifikate soll sich nichts ändern.
Nünchritz (dpa/sn) *11:02 Uhr – Stellenabbau bei Wacker: Unruhe im Werk Nünchritz wächst
In der Diskussion um den geplanten Stellenabbau beim Münchner Chemiekonzern Wacker ist die Situation der Beschäftigten im sächsischen Werk in Nünchritz (Kreis Meißen) weiter unklar. Die Beschäftigten sind beunruhigt und warten auf genauere Informationen, sagte der Betriebsratsvorsitzende Göran Gust der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. «Jede Woche länger an Warten auf Informationen sorgt für weitere Gerüchte und weitere Verunsicherung.» Demnach drängten alle Betriebsräte im Konzern auf Zusagen, dass betriebsbedingte Kündigungen vom Tisch sind. Derzeit berate der Konzernwirtschaftsausschuss über die angedachten Maßnahmen.
Eine Sprecherin des Unternehmens verwies auf Anfrage auf laufende Gespräche mit Arbeitnehmervertretern. Wann es genauere Informationen geben könne, hänge vom Fortschritt der Gespräche ab. Wacker hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, jährlich 300 Millionen Euro einsparen und dafür unter anderem 1.500 Stellen abbauen zu wollen – den Großteil davon an deutschen Standorten. Erste Maßnahmen sollen demnach im ersten Quartal dieses Jahres umgesetzt werden. Ende Januar hatte das im MDax gelistete Unternehmen einen Verlust von rund 800 Millionen Euro nach vorläufigen Zahlen bekanntgegeben.
In Nünchritz beschäftigt Wacker nach eigenen Angaben mehr als 1.500 Menschen und ist damit größter Chemiearbeitgeber Sachsens. Hinzu kommt ein Biotechnologie-Standort in Sachsen-Anhalt in Halle mit 250 Beschäftigten. Das Nünchritzer Werk gelte als effizienter, moderner Standort und zudem als wichtiger Ausbildungsort mit jährlich über 80 Auszubildenden, so die Unternehmenssprecherin. Es spiele eine zentrale Rolle in der Herstellung von Siliconen und hochreinem Polysilicium. Das Unternehmen beliefert unter anderem die Automobil-, Halbleiter- und Bauindustrie.
Magdeburg (dpa/sa) *10:20 Uhr – 92,7 Millionen Euro für Forschungsprojekte bewilligt
Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr rund 92,7 Millionen Euro an Förderungen für Innovationsprojekte erhalten. Wie das Wissenschaftsministerium mitteilte, gingen die Gelder, die überwiegend aus EU-Mitteln stammen, an 86 Projekte von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) sprach von einem «Booster für Zukunft und Wachstum».
Zu den bedeutsamsten Förderungen gehörte nach Angaben des Ministeriums das Forschungszentrum Dynamische Systeme (CDS) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das den Strukturwandel in der Chemieindustrie in Sachsen-Anhalt unter anderem durch Künstliche Intelligenz und neue Lösungen für das Recycling von Kunststoffabfällen voranbringen soll. Im vergangenen Jahr teilte das Wissenschaftsministerium mit, dass in der aktuellen EU-Förderperiode von 2021 bis 2027 bereits mehr als 292 Millionen Euro an Fördergeldern bewilligt wurden.
19.02.2026
Magdeburg (dpa/sa) *10:20 Uhr – 92,7 Millionen Euro für Forschungsprojekte bewilligt
Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr rund 92,7 Millionen Euro an Förderungen für Innovationsprojekte erhalten. Wie das Wissenschaftsministerium mitteilte, gingen die Gelder, die überwiegend aus EU-Mitteln stammen, an 86 Projekte von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) sprach von einem «Booster für Zukunft und Wachstum».
Zu den bedeutsamsten Förderungen gehörte nach Angaben des Ministeriums das Forschungszentrum Dynamische Systeme (CDS) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das den Strukturwandel in der Chemieindustrie in Sachsen-Anhalt unter anderem durch Künstliche Intelligenz und neue Lösungen für das Recycling von Kunststoffabfällen voranbringen soll. Im vergangenen Jahr teilte das Wissenschaftsministerium mit, dass in der aktuellen EU-Förderperiode von 2021 bis 2027 bereits mehr als 292 Millionen Euro an Fördergeldern bewilligt wurden.