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So wollen Siemens und Bentley die Interoperabilität vorantreiben

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Erste Rückmeldungen stimmen zuversichtlich

PROCESS: Welche Dimensionen meinen Sie, wenn Sie von identifizierten Kunden sprechen?

Gerke: Der Blick auf die bestehende Kundenbasis zeigt, das zahlreiche Kunden sowohl Produkte von Bentley als auch von Comos einsetzen. Von diesen erhalten wir ein sehr positives Feedback. Die Interoperabilität zwischen Comos und Openplant wird allgemein begrüßt. Die Quantitäten sind offen gestanden schwer zu beziffern. Wir haben derzeit in etwa zwei Hand voll Kunden, die uns in diese Richtung drücken.

Geiss: Nochmals, das Feedback unserer Kunden zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn erste Leuchtturm-Projekte fertig sind, werden wir Ihnen diese selbstverständlich zur Validierung vorstellen. Ein Kunde hat seine IT-Architektur auf genau diese Portfolio-Elemente abgestimmt. Darauf sind wir natürlich sehr stolz.

PROCESS: Beim Übergang vom Design- und Engineering-Prozess in die Produktion gibt es immer wieder Systembrüche. Wie schafft es die Koppelung von Open Plant und Comos diese zu verhindern?

Geiss: Wir leisten einen entscheidenden Beitrag durch die enge Integration zwischen Comos 2D-Engineering-Daten hin zu 3D-Anlagenplanungsdaten von Bentley, um ein elektronisches Abbild der Anlage aktuell zu halten. Heute ist es so, wenn eine Anlage gebaut wurde: Man erfasst vielleicht noch einen As-Built-Status. Man übergibt diese Daten dann zur Operation bzw. Betrieb der Anlage und dann ist es nur eine Frage, wie lange es dauert bis diese Daten verstaubt sind – meist sind das nur wenige Monate oder ein bis zwei Jahre.

Man packt sie erst wieder an, wenn es um eine Erweiterung geht und der Betreiber gefordert ist, sich damit zu beschäftigen. Wir sehen den zukünftigen Trend dahingehend, dass Anlagenbetreiber kontinuierlich immer ein aktuelles Abbild der Anlage haben möchten, um Prozess- oder Anlagenoptimierungen durchführen zu können. Diesem Wunsch der Betreiber werden wir durch die Integration von 2D und 3D nachkommen können.

Gerke: Auf der 3D-Seite spielen da weitere Trends mit rein, wie beispielsweise Laserscanning, die man in intelligente Modelle umsetzen kann. Da kommt dann unser gesamtes Portfolio zum Einsatz. Auf der Comos-Seite wie auch bei Bentley gibt es dazu einige betriebsunterstützende Tools, die komplett komplementär sind. Sie sehen, das ganze Potenzial ist noch gar nicht ausgearbeitet. Wir werden uns in der Zusammenarbeit zunächst auf den 2D-/3D-Bereich konzentrieren.

PROCESS: Sie können sich also doch vorstellen in Zukunft gemeinsam 2D-Tools weiterzuentwickeln?

Geiss/Gerke: definitiv.

In welchen Prozessbranchen sehen Sie die größten Hebel für Ihre Angebote?

Gerke: Die Chemie- und Pharmaindustrie werden sicher den beschriebenen Trend aus der Öl- und Gasindustrie am schnellsten aufgreifen.

Was sind die nächsten Schritte?

Geiss: Get-it-going mit den zwei Hand voll Kunden, die wir identifiziert haben. Wir werden das, was wir jetzt vorgestellt haben als bidirektionales Interface bis Ende des Kalenderjahres produktiv haben und dann gemeinsam mit Kunden neue Handlungsfelder identifizieren. Wir haben eine Reihe von Ideen, die wir in eine Roadmap bringen müssen.

Gerke: Da bieten sich noch viele spannende Ansätze, etwa bei der Global Collaboration oder auch beim Asset Performance Management und der Frage, Wie man im Engineering Prozess bereits die Performance des verwendeten Equipments einbringen kann, und welche Auswirkungen das auf das Engineering der Anlage haben kann.

* Das Interview führte Gerd Kielburger, Chefredakteur PROCESS.

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