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Eine dieser Innovationen: die „Virtualisierung der Visualisierung“, ein zukunftsfähiges Konzept, das viele Vorteile bietet. Dazu zählen eine größere Flexibilität, niedrigere Kosten und ein geringerer Platzbedarf. Kamen früher für die Bedienung der Anlage klassische KVM-Systeme zum Einsatz, übernehmen diese Aufgaben heute moderne Remote-PC-Lösungen.
Thema „IT-Security“ bewegt
Eines der Themen, das die Verantwortlichen bei der Planung am meisten bewegte, war eindeutig die IT-Security. Das Projektteam hatte genaue Vorstellungen von Layout und Architektur. Es galt nur noch, das richtige Gerät aufzuspüren. Bei einer Zero-Client-Lösung wurde man schnell fündig. Die Frage aller Fragen: Lässt sich dieses Bedienkonzept auch im Ex-Bereich realisieren? Gemeinsam mit Bartec, einem globalen Spezialisten im Explosionsschutz, entwickelte Boehringer Ingelheim eine Lösung, die neue Maßstäbe bei der Prozessvisualisierung in explosionsgefährdeten Bereichen setzt.
Doch was genau ist nun das Besondere an dieser Lösung? Letzlich macht das Gesamtpaket den Unterschied: Jede einzelne Komponente wie Zero-Client-Lösung, Remote-PC für Ex-Zone 1, 16:9 Widescreen in Full HD und Standard Microsoft RDP (Remote Desktop Protokoll) ist für sich allein Standard und seit Jahren auf dem Markt erhältlich. Der Panel-PC Polaris von Bartec aber vereint die Summe aller Anforderungen in einem Gerät – ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
Bindung von internen Ressourcen
Eine Virtualisierung des Prozessleitsystems bedeutet, dass die Anwendung für das Steuern und Beobachten zentral in einem Serverraum läuft. Das RDP-Protokoll wird als einziges zugelassen und wird für die Remote-Funktion verwendet. Die Zero Clients haben nur eine Aufgabe: die Darstellung der virtuellen Maschine. Die Visualisierungsapplikation auf dem Server übernimmt nach Verbindung über das RDP-Protokoll die weiteren Aufgaben. Es handelt sich um reine Clientstrukturen ohne Daten-Schnittstellen im Ex-Bereich. Mit den Geräten können die Mitarbeiter nur ihre originäre Arbeit erledigen. Der für das Embedded-System verfügbare Enhanced Write Filter (EWF) ist auf den Geräten standardmäßig aktiviert. Er verhindert jeglichen physikalischen Schreibzugriff auf die Systempartition des eingebauten Datenträgers. Sicherheitsrelevante Fragen wie Missbrauch oder Gefahr durch Viren sind bei diesem ausgeklügelten Gesamtkonzept so gut wie ausgeschlossen.
Ein komplexes Prozessleitsystem nach allen Regeln der IT-Security abzusichern, bindet viele interne Ressourcen, da jede Komponente, die man zyklisch anfassen muss, bares Geld kostet. Das von Boehringer Ingelheim und Bartec gemeinsam ausgearbeitete Security-Konzept erfordert hingegen, aufgrund des Geräte-Designs und der Systemarchitektur, kein regelmäßiges Patchen. Dies spart Kosten und senkt den TCO (Total Cost of Ownership).
Die schlanken Panel-PCs, deren Intelligenz außerhalb des Ex-Bereichs sitzt, erleichtern darüber hinaus die Instandhaltung. Denn so lassen sich notwendige Wartungsarbeiten teilweise im Nicht-Ex-Bereich vornehmen. Zudem erlaubt die mobile Konstruktion einen einfachen Ortswechsel und eine schnelle erneute Konfiguration, was sich wiederum positiv auf die Verfügbarkeit auswirkt.
Noch ein wichtiges Kriterium für den Betreiber: Alle Mitarbeiter sollten mit identischen Panel-PCs arbeiten und im gesamten Technikum, unabhängig von der Art der Aufgabe oder Anlage, über ein einheitliches Look & Feel verfügen. Insgesamt sind 17 Polaris Zero Clients mit Touchscreen in Zone 1 und Zone 2 an zwölf Synthesereaktoren, vier Zentrifugen und Trockenschränken sowie an drei Hydrierern installiert, einige als Wandeinbau, zum Großteil jedoch als mobile Lösung.
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