Die Molchtechnik wird aber nicht nur den Anforderungen an die Hygiene gerecht, sondern spart Rohstoffe und Reinigungsmittel und flexibilisiert den Produktionsprozess. So sind Reproduzierbarkeit, Automatisierung, kleine Produktionslose und die Zwischenlagerung von Rohstoffen ohne Probleme möglich.
Die Kosteneinsparungen sind beachtlich, wie ein Beispiel aus der Nahrungsmittelindustrie zeigt: Eine durchschnittliche Prozessanlage mit einer Rohrlänge von 100 Metern und 50 Millimetern Rohrinnendurchmesser wird mit 800 Produktionslosen pro Jahr beschickt. Zwischen jedem Los liegt ein Reinigungsvorgang. Bei einer Produktdichte von einem Kilogramm je Liter werden rund 157 Tonnen des Rohproduktes jährlich gespart. Bei Produktrohkosten von 50 Eurocent je Kilogramm ergibt sich eine Ersparnis von etwa 78 500 Euro pro Jahr. In der Chemie-, Pharma- oder Kosmetikindustrie liegen die Produktrohkosten zehn- bis hundertmal höher, was zu entsprechend größeren Einsparungen führt. Bei einer konventionellen Reinigung fallen zusätzlich mehr als 5000 Liter mit Lauge durchmischtem Wasser an, das teuer entsorgt werden muss.
* Urs Hofer ist Geschäftsführer der Uresh AG, Biel-Benken (BL); Matthias Stettler, M.A. (HSG), ist selbständiger Berater und Inhaber der Firma Stettler sustainable finance, Basel/Schweiz.E-Mail-Kontakt: urs.hofer@uresh.ch