Anbieter zum Thema
Simatic IT fühlt sich bereit für die Fertigungsindustrie
So sieht Cuttica ganz ähnliche Herausforderungen in beiden Bereichen: "Die Kunden akzeptieren nicht mehr, dass unterschiedliche Systeme nicht miteinander kommunizieren", sagt Cuttica. Wenn also beispielsweise ein Qualitätssicherungsystem einen Fehler anzeigt, der aber nicht synchronisiert ist mit dem Produktionssystem, ist es aufwändig die Fehlerbehebung in der Anlage anzustoßen. So müssen im Siemens-Werk 35 Systeme von unterschiedlichen Herstellern beherrscht werden. Hinzu kommt, dass heutzutage eine Anlage immer häufiger Teil eines weltumspannenden Netzwerkes ist und der Wunsch nach einer einheitlichen Vorgehensweise wächst. "Häufig wird schon SAP und ein MES zeitgleich weltweit ausgerollt", berichtet Cuttica aus seiner Erfahrung. (Sehen Sie auch eine kurzes FlipView mit Giorgio Cuttica zu den Eigenschaften des Siemens-MES.)
Viele Aspekte im Fertigungs- wie im Prozess-Betrieb sind standardisiert, durch gesetzliche Anforderungen oder immer gleiche Herangehensweisen. Das ist der 80-Prozentbreich, in dem standardisierte Module ihre Stärken im Gegensatz zum personal- und zeitintensiven Beratungsvorgang ausspielen können. Je näher freilich man sich der Produktion nähert, exisitieren unterschiedliche Methoden, Rezepte und Herangehensweisen, die in jedem Projekt individuell eingestellt werden müssen. "Startpunkt ist immer die Stakeholder-Map: Was soll verbessert werden: Ausbeute, Qualität , etc.", erläutert Cuttica die Vorgehensweise. Dann wird anhand der Module eine Übereinstimmung herbeigeführt. Beispielsweise bei einem Rührwerk sei lediglich die Fragen zu klären, wann es womit beladen wird, wann er startet, endet und gereinigt wird. "Der Mixer bleibt derselbe - wie der Nutzer ihn einsetzt, ist sehr kundenspezifisch", betont Cuttica.
Das Vorzeigewerk EWA zumindest muss jetzt erst einmal große Anfangsaufwendungen erbringen, um die Vorteile der einheitlichen IT-Infrastruktur nutzen zu können. 20 Prozent der Arbeit sind erledigt, der Rest wird jetzt ausgerollt. Mitte 2013 sollen alle Linien komplett umgestellt sein. Doch eventuell geht es auch schneller: Für die erste Linie wurde fast ein Jahr benötigt, für die zweite lediglich sechs Wochen.
* Der Autor ist Leiter Online bei PROCESS
(ID:27386940)