8. Schüttgut-Forum

Sicherer Materialfluss – optimale Förderung von Schüttgütern

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Der Weg ins Technikum

Auch Prof. Rainer Barnekow von der FH Ostwestfalen-Lippe plädierte dafür, sich die Stoffparameter genauer anzuschauen. Seiner Meinung nach gibt es bereits viele Methoden und Verfahren, mit denen man Eigenschaften eines Schüttgutes näher spezifizieren kann. Dabei machte er darauf aufmerksamen, dass physikalische Eigenschaften nur zum Teil stoffspezifisch sind. „Sie sind ebenfalls eine Funktion der Schüttguthistorie, so kommt es zu einer Verdichtung, falls ein Big Bag gestapelt wurde“, wies er auf eine unterschätzte Problematik hin. Zudem sollte gezielt nach der Ursache für unbefriedigende Produktionsergebnisse, beispielsweise extrem lange Mischzeiten, gesucht werden. So nannte er ein Beispiel, bei dem ein Mischwerkzeug 4 Jahre lang verkehrt herum lief. Dabei hätten die langen Mischzeiten den Anlagenbetreiber gleich von Anfang an irritieren sollen. Sein Appell lautete daher: „Scheuen Sie nicht den Weg in die Praxis und ins Technikum.“

Nicht-fließende Materialien tragen zur Unsicherheit im Betrieb bei

Fritz Thegtmaier Agrichema, betonte, dass nicht-fließende Schüttgüter nicht nur den Materialfluss stoppen und damit ein wirtschaftlicher Faktor sind, sondern erheblich zur Unsicherheit und zur Gefährdung des Personals beitragen. Schließlich sei es meist so, dass die meisten Mitarbeiter manuell versuchten, das Produkt wieder zum Fließen zu bringen.

Die erste Maßnahme ist, ein Silo so auszulegen, dass die Fließfähigkeit von Schüttgütern gewährleistet ist. Aus seiner Erfahrung gibt es bereits einige Messgeräte, aus deren Ergebnissen sich die Schüttgüter gut beurteilen lassen. Zwar sind die Informationen nicht ausreichend, um ein Silo auszulegen, aber für eine erste Einschätzung durchaus genügend. Zunächst muss das Silo funktionieren, erst dann sollte über Austragshilfen oder auch gleitverbessernde Auskleidungen nachgedacht werden. „Allerdings sollte man sich darüber klar werden, wie sich eine solche Maßnahme auf das System und die Silostatik auswirkt“, so Thegtmaier.

Blick in das Silo

Einen Einblick in die Black-Box des Silos zeigt Markus Hufschmid, Aixprocess. Das Unternehmen beschäftigt sich mit Prozesssimulation und zeigte anhand mehrerer Beispiele, was heute darstellbar ist. So wurden Simulationen der Strömungsvorgänge in einem mechanischen Mischer und in einer pneumatischen Silobefüllung vorgestellt. „Der Vorteil an CFD ist, dass sich mit einem guten Modell viele Details und Parameter eines Prozesses gefahrlos untersuchen lassen“, verweist Hufschmid auf die Vorzüge. Die Simulation liefert wichtige Informationen über die lokalen Verhältnisse innerhalb der unterschiedlichsten Anlagenteile. Dabei lassen sich etwa niedrige oder hohe Beladungen sowie Silos mit geringer oder großer Höhe darstellen. Weitere Untersuchungsparameter können die Position der Befüllstelle, Filtergröße, Schüttgut, Schüttguttemperatur betreffen. Auch bei komplizierten Geometrien und Einbausituationen lassen sich mit Hilfe von Simulationen gute Lösungen erarbeiten. Mehr dazu lesen Sie in der nächsten Ausgabe der SCHÜTTGUT, die Ende Februar erscheint.

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