In der Füllstandmessung von Schüttgütern hat sich in der Vergangenheit viel getan. Allerdings gab es immer wieder Anwendungen, in denen die Füllstandsensoren an ihre Grenzen stießen. So gibt es schwer zu messende Schüttgüter, aber auch schwierige Behälterformen. Dazu gehören segmentierte Behälter, sehr schmale hohe Silos oder Silos mit Mischrohren, Verstrebungen oder Silowände mit Verstärkungen, wie sie in der Baustoffindustrie vorkommen. Dazu kommen in der Schüttgutindustrie Anbackungen, Stäube oder in Halden sehr große Verschmutzungen. Jürgen Skowaisa, Vega, (siehe SCHÜTTGUT 6-2014) stellte ein neues Radarfüllstandmessgerät vor, das speziell für die Schüttgutindustrie entwickelt wurde. Es besitzt einen großen Dynamikbereich, der das Anwendungsspektrum erweitert. So lassen sich damit selbst Kunststoffgranulate messen, die sehr schlechte Reflexionseigenschaften haben. Möglich machen diese Entwicklungen neue Technologien und Radarsensoren aus dem Automobilbereich.
Damit steht ein Sensor zur Verfügung, der sich für alle Messbereiche eignet, selbst ein Messbereich von 120 m ist möglich. Aber auch bei sehr kleinen Messbereichen bis zu einem Meter bietet der Sensor eine gute Fokussierung und saubere Messsignale. Weitere Einsatzmöglichkeiten zeigte Skowaisa in einem Film, etwa die Abstandmessung in Förderanlagen oder Kollisionsschutz, Füllstandmessung an offenen Halden, Überwachung der Brecher im Steinbruch.
Zeit für Reinigung reduzieren
Das Reinigen von Anlagen und Apparaten ist längst nicht mehr nur eine Domäne der Pharma- und Lebensmittelindustrie, sondern gehört zunehmend auch in der Chemiebranche zum Alltag. Matthias Böning, Amixon, machte sich stark für ein totraumfrei arbeitendes Mischwerkzeug: „Wenn weniger Produkt auf dem Werkzeug liegen bleibt, spart das Reinigungskosten und die Produktausbeute wird erhöht.“ Um ein Beispiel zu nennen: In einem solchen Mischer mit einem Volumen von 2000 Litern wurden 960 kg Babypulver gemischt. Nach Entleerung blieben lediglich 70 g Produktrest im Mischer. Das sind 0,073‰. Auch für Betriebe, die sieben oder achtmal am Tag ihr Produkt wechseln, sind solche Werkzeuge ideal. Im Anschluss daran stellte Böning weitere Reinigungsverfahren vor. Eine Voraussetzung für eine optimale Reinigung ist beispielsweise der gute Zugang zum Mischapparat. Daher präsentierte Amixon vor einem halben Jahr eine neue Tür mit dem Namen Optikleen, über die man optimal an den Apparat heran kommt. Die Tür hat einen ungewöhnlich großen Ausschnitt, der nur dank neuer Entwicklungen in der Schneid- und Fertigungstechnik verwirklicht werden konnte. Hinter dem Verfahren Waterdragon verbirgt sich ein spezielles Sprühsystem, bei mit dem Ausfahren der Sprühlanze die Abdeckplatte zur Seite gefahren wird, so dass es kaum Sprühschatten gibt. Nach der Reinigung wird die Lanze zurückgezogen und die Klappe verschließt ohne Spalten den Behälter.
Armaturen können mehr als Absperren
Die Zahl der Schüttgüter ist größer als gedacht, so sollen 64% aller Materialien, mit denen bei Bayer umgegangen werden, in Pulver-, Granulat- oder ähnlicher Form vorkommen. „Die Problematik ist dabei nicht, beispielsweise ein Mehl in ein Silo einzufüllen, vielmehr muss die Luft ausgetragen werden“, so Andreas Kühn, Ebro Armaturen. Dabei stellte er vielfältige Aufgabe vor, die Armaturen übernehmen können. So verhindern Flügelschleusen, dass die Produktion immer wieder wegen Überdosierungen bei stark schießenden Schüttgütern gestoppt werden muss (Lesen Sie dazu in der aktuellen SCHÜTTGUT einen Anwenderbericht über die Dosierung von feuerfesten Materialien). Relativ neu sind auch metallisch dichtende Armaturen, die Abrieb vermeiden und daher besonders für sensible Produkte, etwa aus dem Lebensmittelbereich, eingesetzt werden. Darüber hinaus werden Armaturen und Sensoren in Bussysteme eingebunden und werden zum Teil übergeordneter Sicherheitskonzepte.
Wichtig für den Anwender: Allein die Anordnung der Armaturen kann über die Standzeiten einer Armatur entscheiden und im Baustoffbereich können die schon einmal bei wenigen Wochen liegen. „Eine gute Beratung und die richtige Wahl eines Armaturentyps kann den Verschleiß erheblich minimieren.“ Eine Armatur kann aber auch ganz unerwartet in den Prozess eingreifen, wie Kühn an einem Beispiel darlegte. So kann eine Armatur, die nicht hundertprozentig dicht ist, durchaus für falsche Wägeergebnisse verantwortlich sein. In den überwiegenden Fällen sorgen gut ausgewählte Armaturen jedoch für einen Optimierung des Produktionsprozesses und minimieren Stillstandzeiten.
Stand: 08.12.2025
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Vom Silo auf die Straße
Christian Hanses, nahm die Teilnehmer auf eine Reise, die bei der Produktion beginnt und beim Endkunden endet. Dabei präsentierte er mit Siloadmaxx ein Konzept, mit dem Schüttgüter in einen Standardseecontainer, der mit einem Inliner versehen ist, verladen werden. Den Transport übernehmen handelsübliche LKWs. „Wir füllen einen Container mit 25 Tonnen Material in 25 Minuten“, so die Maßgabe von Hanses. Dabei entwickelte das Unternehmen hierfür ein spezielles System für die pneumatische Be- und Entladung.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Das geschlossene Verladeverfahren verhindert Verunreinigung und Entmischung. Es ist keine mühsame Umladung und eventuelle Zwischenlagerung der Ware in Big Bags notwendig. Zudem wird das Containervolumen optimal ausgenutzt, da sich Inliner bis in die Ecken ganz dicht an den Container schmiegt. Schlussendlich ist eines wiederverwertbare Verpackung von Schüttgütern und nutzt vorhandene Kapazitäten. So werden 40% aller weltweiten Container leer verschifft – hier ist also genug Raum für Schüttgüter.
Auch die Kosten können sich sehen lassen. So konnte ein Unternehmen pro Tonne Talkum 190 Euro bei den Logistikkosten einsparen. Mittlerweile ist das System bereits für viele Stoffe im Einsatz, etwa S-PVC oder Black Carbon. Ab sofort gilt, dass Schüttgüter ebenfalls Just-in-time, wie bei Stückgut längst üblich, geliefert werden können. Wer mehr darüber lesen möchte: In der SCHÜTTGUT 4-2013 haben wir das Konzept im Detail vorgestellt.