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Kraftwerk Chemiepark Zeitz Radici Chimica baut Lachgas nach Adipinsäureherstellung thermisch ab

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Das neue Industriekraftwerk im Chemiepark Zeitz wurde feierlich eingeweiht. Nach acht Monaten Bauzeit versorgt Getec seit Juni 2013 Radici Chimica mit Dampf und Strom. Die Inbetriebnahme der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage vermeidet den Ausstoß von etwa 100.000 t CO2- Äquivalenten pro Jahr.

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Einweihung des Kraftwerks: Vorstandssprecher Volker Schulz (li.) beschreibt Wirtschaftsminister Möllring (Mitte) die Funktionsweise der Anlage. Im Hintergrund lauschen MdL Arnd Czapek und Projektleiter Dipl.-Ing. Oliver Stutzer (re.).
Einweihung des Kraftwerks: Vorstandssprecher Volker Schulz (li.) beschreibt Wirtschaftsminister Möllring (Mitte) die Funktionsweise der Anlage. Im Hintergrund lauschen MdL Arnd Czapek und Projektleiter Dipl.-Ing. Oliver Stutzer (re.).
(Bild: Getec)

Magdeburg; Elsteraue – Im Oktober 2010 stand fest: Das Kraftwerk Mumsdorf, das bis dato die Dampfversorgung von Radici Chimica in Zeitz übernahm, wird im Sommer 2013 stillgelegt. Damit stand die Radici-Geschäftsführung vor der Aufgabe, eine neue Lösung für die Energieversorgung zu finden. Eine wirtschaftliche und zugleich umweltschonende Energieversorgungsanlage, die gleichzeitig das klimaschädliche Lachgas (N2O) vernichten soll, war die Maßgabe. Getec übernahm Planung, Errichtung, Finanzierung und Betrieb der neuen Anlage.

Radici Chimica stellt Adipinsäure her, einen Ausgangsstoff für die Kunststoffproduktion. Bei der Herstellung entsteht jedoch auch in nicht unerheblichem Maße der Klimakiller Distickstoffmonoxid, besser bekannt unter dem Namen Lachgas. Das Potenzial von Lachgas, den Treibhauseffekt zu verstärken, ist 310-fach größer als bei Kohlendioxid. Getec hat gemeinsam mit ihrer Tochterfirma Carbotechnik Energiesysteme eine Technologie entwickelt, bei der das Lachgas im Dampferzeuger thermisch abgebaut wird. Nun wird ein Ausstoß von rund 100.000 t CO2-Äquivalenten pro Jahr vermieden.

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Sachsen-Anhalts Minister für Wissenschaft und Wirtschaft, Hartmut Möllring, betonte bei der Einweihungsfeier: „Die wegweisende Kraftwerkstechnologie ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Hier zeigt sich einmal mehr, dass auch Sachsen-Anhalts Wirtschaft beim Thema Umweltschutz innovative Lösungen anbieten kann.“

Zwei separate Dampferzeuger sorgen für flexible Versorgung

Das Industrieheizkraftwerk wurde im Juni 2013 in Betrieb genommen. Es verfügt über eine installierte Feuerungswärmeleistung von 37 MW und erbringt eine Spitzenleistung von 53 t Dampf pro Stunde. „Damit wird der gesamte Bedarf an Dampf ganzjährig, rund um die Uhr sichergestellt“, erklärt Getec-Vorstandssprecher Volker Schulz. Zudem wird mittels Kraft-Wärme-Kopplung ein Teil der Stromversorgung des Unternehmens abgedeckt. „Wir erreichen auf diese Weise einen Wirkungsgrad von deutlich mehr als 90 %. Mit zwei separaten Dampferzeugern können wir flexibel auf den Energiebedarf des Unternehmens reagieren. Ein Kessel verbrennt besonders wirtschaftlichen Braunkohlenstaub, während der andere mit Erdgas betrieben wird“, so Schulz.

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