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O-Ring-Flanschdichtung O-Ring-Flanschdichtung: dicht, vibrationsfest und druckbeständig dank spezieller Nut

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hugo Rameil / M.A. Manja Wühr

Wenn es in Chemieanlagen tropft, hat in der Regel die Dichtung versagt. Dank des speziellen Designs einer neuen O-Ring-Flanschdichtung verlieren Dichtprobleme von Verbindungsteilen ihre Problematik und werden auf die Frage nach dem richtigen O-Ring reduziert.

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Compac-Vorschweißflansch-Überwurfflansch DN 65 PN 40 (Bild: AZS)
Compac-Vorschweißflansch-Überwurfflansch DN 65 PN 40 (Bild: AZS)

Verbindungsteile werden herkömmlicherweise mit Flachdichtungen abgedichtet. Diese Dichtungen haben zwei entscheidende Nachteile: Zum einen benötigen Flachdichtungen eine klobig-schwere Konstruktion, da man zentimeterbreite Dichtstrecken anwenden muss, um befriedigend abzudichten. Zum anderen entsteht durch das Absetzen der Dichtung ein hoher Wartungsaufwand (Schraubennachziehen). Die Firma Albert Zimmermann & Söhne (AZS) hat mit den Compac-Flanschen eine O-Ring-Flanschdichtung entwickelt, die eine sichere Abdichtung bei geringerer Konstruktionsgröße ermöglicht.

Die Besonderheit der O-Ring-Flanschdichtung liegt in einer speziellen Nut. Im neuen Konzept wird der Aufnahmeraum für den O-Ring so gewählt, dass er die Dichtung zur Hälfte eng anliegend umfasst, wobei die Tiefe des Aufnahmeraumes geringer ist als der Durchmesser des O-Rings (siehe Bild rechts).

Die Form macht’s

Werden die beiden Flanschflächen einer Verbindung bis zur Metallauflage gegeneinander gepresst, findet der O-Ring nur im komprimierten Zustand in seinem Aufnahmeraum Platz. Diesen füllt er, im Gegensatz zu derzeit üblichen O-Ring-Dichtungen, vollständig aus. Durch die Umfassung ist es aber dem O-Ring verwehrt, aus dem Aufnahmeraum „auszufließen“. Unter Kompression stehende O-Ringe verhalten sich etwa wie Kupferdichtungen, haben aber gegenüber Kupferdichtungen den Vorteil, dass Oberflächenvertiefungen und Kratzer im Bereich der Dichtfläche ausgeglichen werden.

Das O-Ring-Flanschsystem bietet Vorteile gegenüber konventionellen Flanschverbindungen mit Flachdichtungen bezüglich Dichtheit, Vibrationsfestigkeit und Druckbeständigkeit. Bei Compac-Flanschen liegt der Innendruck auf der Flanschfläche zwischen Innendurchmesser und O-Ring im Kraftnebenschluss an. Die mit Druck belegte Fläche bleibt auch bei steigendem Druck immer konstant. Bei Flanschen mit Flachdichtungen dagegen liegt der gesamte Innendruck auf der Dichtung im Krafthauptschluss. Bei zunehmendem Druck müssen die Breite der Flansche und die Flachdichtung vergrößert werden.

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