Suchen

Eine Marke der PROCESS Gruppe

Industrie-4.0 in der Pharmaproduktion

Neues Konzept für Industrie 4.0 – Wie Excellence United die Branche aufmischt

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Ein schlüssiges Konzept für Industrie 4.0

Tatsächlich wagt sich die Firmenallianz beim Thema Pharmaproduktion 4.0 in die Offensive und legt ordentlich vor. Ergebnis eines zweijährigen gemeinsamen Entwicklungsprozesses ist eine IoT-Plattform. Auf deren Basis können Anwender sowohl Maschinen der Excellence-United-Partner als auch Fremdmaschinen miteinander vernetzen, wo sinnvoll, sind Schnittstellen nach OPC-UA standardisiert.

Thomas Hofmaier, Geschäftsführer Technologie Glatt
Thomas Hofmaier, Geschäftsführer Technologie Glatt
(Bild: Glatt)

Bildergalerie

„Von der Einwaage bis zur Blisterverpackung decken wir die gesamte Prozesskette ab und zwar sowohl für Batch- als auch Kontiprozesse“, erklärt Excellence United Sprecher Thomas Hofmaier, bei Glatt Geschäftsbereichsleiter Pharma. Integriert werden können alle Technologien der Partner, umsetzbar sind also OSD-Linien und Linien zur Herstellung flüssiger Arzneimittel.

Wissen ist Wettbewerbsvorteil Ob Branchennews, innovative Produkte, Bildergalerien oder auch exklusive Videointerviews. Sichern auch Sie sich diesen Informationsvorsprung und abonnieren Sie unseren redaktionellen Branchen-Newsletter „rund um das Thema Pharma“.

Im Cube sehen die Besucher z.B. eine kontinuierliche Tablettenproduktion von der Einwaage über Mischen, Granulation, Trocknen, Tablettieren, Entstauben und Coaten mit anschließender Verpackung in Blister und Faltschachtel.

Der Clou dabei: Alle Lots vom Pulver über die Tablette bis zum Blister und zur Verpackung werden digital zurückverfolgt – ein Ansatz, der sowohl für Batch, Semi-Batch als auch Voll-Konti anwendbar ist. Auch PAT-Technologien sind in die Anwendung implementiert: Die Wirkstoffkonzentration pro Tablette werden inline exakt überwacht.

Damit ist das IoT-Hub eine zentrale Schnittstelle über die Anwender Maschinen- und Prozessparameter erfassen und weltweit verfügbar machen können – sowohl in der Cloud als auch im Firmennetzwerk. Condition Monitoring in Echtzeit und Predictive Maintenance sind die nächsten Ziele.

Wettbewerb belebt das Geschäft

Die Idee von der digitalen Integration verfolgen momentan viele, vor allem Software- aber auch Pharmazulieferer, schließlich steht der Suffix 4.0 für einen Technologievorsprung und verspricht Gewinne – wenn nicht sofort, dann doch in Zukunft. Der Wettbewerb schläft also nicht, und auf der Achema gab es weitere interessante

Industrie-4.0-Ansätze zu sehen, u.a. von Bosch Packaging und IMA.

Die Frage nach dem Alleinstellungsmerkmal des EXU-IoT-Hubs drängt sich daher förmlich auf. Womit also punktet Excellence United? „Unsere Plattform ist nicht aus anderen Branchen adaptiert, sondern ist von Grund auf für pharmaspezifische Anforderungen konzipiert“, betont Müller. Hofmaier wirft vier weitere Argumente in die Waagschale, die seiner Meinung nach essenziell für den Erfolg bei den Pharmazeuten sind: Kunden- und Anwendungsverständnis, Erfahrung in der Integration von Pharmaapplikationen, offene technische Systeme und die Kooperationsfähigkeit der beteiligten Akteure.

Letzteres hat die Allianz mit dem Cube erneut unter Beweis gestellt. Bis zum Ende des Projektes waren insgesamt rund 60 Mitarbeiter eingebunden, jeder mit den Erfahrungen aus seinem Unternehmensumfeld und der jeweiligen digitalen Vorgeschichte.

Dr. Hagen Gehringer, Geschäftsführer Technik Bausch+Ströbel
Dr. Hagen Gehringer, Geschäftsführer Technik Bausch+Ströbel
(Bild: Bausch+Ströbel)

Zwei Teil-Projekte habe es gegeben, erklärt Dr. Hagen Gehringer, Geschäftsführer Technik bei Bausch+Ströbel: ein klassisches Maschinenbau-Projekt für die Apparatetechnik und ein IT-­Projekt mit der softwaretechnischen Abbildung des IoT-Hub als Kernaufgabe. Beides ist eng mit einander verschränkt, denn moderne Hightech-Maschinen sind ohne Software und Sensorik heute gar nicht mehr denkbar.

In knapp neun Monaten hat das Projektteam zusätzlich noch eine weitere digitale Infrastruktur aus dem Boden gestampft. Denn was man dem Cube von außen nicht ansieht, ist die Vernetzung des gesamten Messestandes. An jedem der Einzelstände gibt es Indus­trie-4.0-Applikationen, sodass sich das Thema als roter Faden über alle Auftritte zieht. Man pusche sich in der Entwicklung gegenseitig, sagt Siegfried Drost, Geschäftsführer Vertrieb von Uhlmann und vergleicht die Akteure mit Schnellbooten, deren Kielwasser sich ständig überkreuzen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45389331)