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Prozessverbesserung Neuer Ligand macht’s möglich – Evonik optimiert Weichmacher-Produktion

| Redakteur: Dr. Jörg Kempf

Evonik wartet mit einer Prozessverbesserung auf, die sich nach eigenen Angaben nachhaltig auf den gesamten C4-Verbund des Unternehmens am Standort Marl auswirken wird. Das Geheimnis: ein verbesserter Katalysator ...

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Anlage zur Herstellung des Weichmacheralkohols 2-Propylheptanol in Marl
Anlage zur Herstellung des Weichmacheralkohols 2-Propylheptanol in Marl
(Bild: Evonik Industries)

Essen, Marl – In dem C4-Verbund wird das bei der Erdölverarbeitung anfallende Crack-C4 zu hochwertigen Vorstufen und Produkten wie Butadien, MTBE oder Weichmacheralkoholen verwandelt. Dank eines innovativen Katalysators kann Evonik den Weichmacheralkohol 2-Propylheptanol (2-PH) am Standort Marl künftig deutlich effizienter produzieren. Möglich wird das durch die Entwicklung des neuen Liganden OxoPhos 64i.

Liganden sind wesentliche Bestandteile von Katalysatoren und essenziell in vielen großtechnischen Prozessen. Der neue Ligand macht das Verfahren effizienter und ermöglicht einen längeren und wartungsärmeren Betrieb der Anlage. Mit dieser Innovation festige man seine Technologieposition in dem attraktiven Wachstumsmarkt für Weichmacheralkohole, so Evonik.

Weichmacheralkohole haben ein Volumen von 5 Millionen Tonnen pro Jahr und bilden einen interessanten, stetig wachsenden Markt für Evonik. Das Unternehmen produziert in Marl neben 2-PH auch den Weichmacheralkohol Isononanol (INA) im Weltmaßstab. Mit einer Kapazität von mehr als 400.000 Tonnen jährlich für beide Alkohole ist Evonik größter Hersteller von C9-/C10-Weichmacheralkoholen in Europa.

Der Weichmacheralkohol 2-PH wird mittels der so genannten Oxo-Reaktion hergestellt. Hierbei wird ein Alken mit einem Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff in Gegenwart eines Katalysatorsystems umgesetzt, das aus einem Metall und einem Liganden besteht. Da dieser Schlüsselschritt einer der kostenintensivsten Prozessschritte ist, hat Evonik hier angesetzt und mittels modernster Methoden wie Computational Chemistry OxoPhos 64i entwickelt. Das verbesserte Verfahren ging Ende 2014 in Betrieb.

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