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NAMUR-Hauptsitzung 2013

Namur-Hauptsitzung im Zeichen von Integrated Engineering

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Über Schnittstellen können neutrale (standardisierte) und private (nicht standardisierte) Daten gemeinsam übertragen werden. Es hängt vom jeweiligen Empfänger ab, wie weit er die privaten Daten interpretieren kann. Dies funktioniert bereits mit Automation ML.

Beschleunigung tut not: Standardisierung ist normalerweise ein langjähriger und mühsamer Prozess, wenn man etwa an den Feldbus denkt. Dies könnte durch ein schrittweises Vorgehen beschleunigt werden, indem zügig die wichtigsten, allgemein verwendeten 80 Prozent standardisiert werden. „Fangen wir doch mit den Elementen an, etwa der Namur-Datencontainer, die schneller zu realisieren sind“, lautete der pragmatische Vorschlag von Tauchnitz. Weitere Idee ist es, statt spezieller Schnittstellen für alle beteiligten Systeme zu standardisieren, sich auf Objekte zu konzentrieren. Die NE 150 definiert beispielsweise den Informationsgehalt des Objektes PLT-Stelle, ohne festlegen zu müssen, welche Informationen in welchem Planungs- oder Betreuungsschritt erzeugt oder verwendet werden.

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Technologieunabhängige und zeitlose Lösung

Den großen Vorteil sieht Tauchnitz darin, dass dies technologieunabhängig und damit zeitlos ist. Außerdem empfiehlt es auf bereits vorhandene Ansätze zur Standardisierung und Austausch von Engineering-Daten zurück zu greifen. Diese Ansätze überlappen und widersprechen sich teilweise und erlauben im Gegensatz zum vorgeschlagenen Vorgehen keine schnelle Standardisierung und Anwendung. „Wir sollten z.B. XML nutzen, aber keine neue Sprache erfinden und wir sollten vorhandene Strukturierungen DIN EN 61512 nutzen, aber offen lassen, wie die Schnittstellen definiert werden“, nannte Tauchnitz zwei Beispiele. Abschließend empfahl er nach links und rechts zu schauen und bei der Standardisierung kooperativ vorzugehen - ähnlich wie bei Open Source-Projekten und der Weiterentwicklung des Internets.

Durch die jederzeitige Transparenz und die praxisnahe Zusammenarbeit der Interessierten könnte eine schnelle und praxisgerechte Standardisierung erreicht werden. Voraussetzung ist, dass Entwürfe in jedem Stadium öffentlichen einsehbar und lizenzfrei sind. „Ich bin mir sicher, dass Hersteller von Automatisierungssystemen und Anlagenbetreiber, Systemintegratoren und alle Beteiligten an Industrie 4.0 daran Interesse haben“, so der Sanofi-Aventis-Manager. Erste Gespräche aller Beteiligten sind schon im Gange, am Donnerstagabend folgten die Angesprochenen einer Einladung zu einem ersten Treffen, um dies zu diskutieren.

Man darf gespannt sein, ob und wenn ja wie schnell es zu einer übergreifenden Lösung kommen kann.

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* Die Autorin ist freie Mitarbeiterin bei PROCESS. E-Mail-Kontakt: redaktion@process.de

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