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NAMUR-Hauptsitzung 2013

Namur-Hauptsitzung im Zeichen von Integrated Engineering

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„Die Datenkonsistenz hierbei ist immens wichtig, ansonsten ist die Gefahr eines Datenchaos nicht von der Hand zu weisen“, so Siemens-Manager Kumpfmüller. In den meisten Unternehmen müssen die Anwender allerdings mehrere Systeme managen, allein die Pflege der Systeme hierfür bereitet einen enormen Aufwand. Eine Lösung liegt nach Ansicht von Eberle in einem gemeinsamen Datenpool. „Solange die Anlage besteht, so lange gibt es diesen einen Datenpool, der weltweit für alle zugänglich ist.“ Für ihn steht fest: „In der Vergangenheit haben wir viel Zeit durch das versetzte Arbeiten der einzelnen Gewerke verloren. Mit dem Integrierten Engineering, wie es Comos PT bietet, können wir diese Arbeitsschritte zusammen ziehen, so dass Planungsschritte parallelisiert werden können und eine höhere Engineering-Geschwindigkeit möglich ist“.

Lücke zwischen Dokumentation und Ist-Zustand wurde immer größer

Einige Beispiele zeigen dies: Waren früher FAT an Testanlagen nur unter schwierigen und keineswegs realen Bedingungen nötig, lässt sich dies nun an virtuellen Systemen realistisch durchführen. Die Daten hierfür stammen aus der realen Anlage, damit die Anlagenfahrer auch unter echten Bedingungen trainieren können. Nicht nur dass sich eine Automatisierung kontinuierlich damit testen und optimieren lässt, es ist auch ein schnelleres Anfahren der Anlage möglich.

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Auch im laufenden Betrieb wird die Anlage ständig bearbeitet und optimiert. Diese Änderungen waren schwer zu dokumentieren oder wie es Kumpfmüller ausdrückte: „Die Lücke zwischen der Dokumentation und dem Ist-Zustand der Anlage wurde eigentlich immer größer.“ Darüber hinaus gibt es viele Informationen, die es lohnt, im System abzulegen, etwa Wissen über optimale Arbeitsbereiche etc. „Nur wenn dies automatisch geschieht, hat man einen Chance, dieses Wissen auch für die nachfolgenden Generationen zu sichern“, ist Siemens-Manager Eberle überzeugt.

Gleiches gilt auch für die Instandhaltung. Zwar wird man nicht umhin kommen, weiterhin routinemäßig insbesondere mechanische Komponenten zu warten. Mit Hilfe eines integrierten Engineering werden jedoch viele Dinge einfacher, etwa wenn ein Stellungsregler außerplanmäßig ausgetauscht werden muss. Dabei ist weniger der Einbau des Stellungsreglers das Problem, sondern die anschließende Einbindung ins Leitsystem. „Hier sind wir mit FDI einen entscheidenden Schritt weiter gekommen“, freut sich Kumpfmüller. In Zukunft wird FDI solche Probleme lösen. Details dazu finden Sie in einem separaten Artikel.

Bereits im Zeitalter Industrie 4.0 angekommen

Interessant ist, dass diese Überlegungen schnell zum Thema Industrie 4.0 führen. Während sich viele Zeitgenossen fragen, wann dieses Zeitalter anfängt, sind Kumpfmüller und Eberle davon überzeugt, dass wir längst mitten drin sind. Allerdings werden weitere Ideen und Konzepte für die Umsetzung benötigt.

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