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NAMUR-Hauptsitzung 2013

Namur-Hauptsitzung im Zeichen von Integrated Engineering

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Namur-Datencontainer als Lösung?

Excel-Fans müssen jetzt ganz tapfer sein, denn Thomas Scherwietes, Evonik Industries, zeigte unter dem Stichwort Namur-Datencontainer ein neues Konzept für die Definition und Beschreibung einer hersteller- und systemunabhängigen Schnittstelle. Die Vorteile einer Namur-Schnittstelle aus Sicht der Hersteller liegen in der Reduzierung des Aufwandes für die Abstimmung, Implementierung und Wartung, individueller Schnittstellen, sowie in der Unabhängigkeit von der Version der Sende/Empfänger-Werkzeuge. Auch erleichtert die vereinheitliche Terminologie die Kommunikation mit dem Anwender und sie ermöglicht den Marktzugang für kleinere Teilnehmer.

Für die Anwender hätte es die Vorteile einer Standardisierung trotz heterogenem Umfeld. Dabei beschränkt sich die Anwendung erst einmal auf die Schnittstelle zwischen CAE und PLS, hier läuft der Austausch nach wie vor über Excel und meist nur in eine Richtung. „Mit einer Excel-Liste bekommt man kein Änderungs- und Revisionsmanagement hin. Unsere Arbeiten rücken zeitlich immer enger zusammen und dadurch überschneiden sich die Arbeitsfelder“, machte Scherwietes unmissverständlich klar.Heute benötige man keine Aktualisierung eines Datensatzes, sondern eine Nahezu-Echtzeitaktualisierung der Informationen.

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Der Lösungsansatz – der Namur-Datencontainer – soll in einem Datenaustausch über eine herstellerneutrale Austauschstruktur geschehen. Dabei müssen und können nicht alle Daten ausgetauscht werden, sondern nur die Daten, die in beiden Systemen benötigt werde. Dabei ist es wichtig, dass die Neutralität des Datenaustauschformats gewährleistet bleibt, um systemunabhängig zu sein. Der Namur-Datencontainer beinhaltet ein aktuelles Abbild der Transferdaten zwischen CAE-System und PCS-Engineering-Werkzeug und umgekehrt. Dabei ist entscheidend, dass der Namur-Datencontainer weder eine Archivierungsfunktion hat noch ist er Teil einer externen Datenbank.

Dafür soll auf XML gesetzt werden, das Forma wird zunehmend für Ex- und Importschnittstellen eingesetzt und wird bereits durch zahlreiche Editoren und Transformationswerkzeuge unterstützt. Weiter Informationen sind der neuen NE 150 „Standardisierte Namur-Schnittstelle zum Austausch von Engineering-Daten zwischen CAE-System und PCS-Engineering-Werkzeugen“ zu entnehmen, die gerade fertig gestellt wurde. Obwohl fertig wohl nicht das richtige Wort ist, wie Scherwietes feststellte. „Die NE 150 ist erst der Anfang auf unserem Weg zu einem standardisierten Datenaustausch.“

Verteilung von Aufgaben

Um der Problematik des Datenaustausches Herr zu werden, gibt es zwei denkbare Lösungsansätze, wie Dr Thomas Tauchnitz vorstellte: Entweder werden die unterschiedlichen Systeme durch ein einziges Tool für alle Aufgaben ersetzt oder es wird eine Vielzahl von Schnittstellen für alle beteiligten Systeme erstellt. „Beide Lösungsansätze sind in Reinkultur nicht realistisch zu erreichen“, so Tauchnitz, der stattdessen sechs Grundideen vorstellte, mit denen die Schnittstellenproblematik gelöst werden könnte. Zunächst müssen die Schnittstellen nicht alle in den Systemen vorhandenen Daten übertragen, sondern nur diejenigen, die in anderen Systemen benötigt werden.

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