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Soil-Release-Polymere

Nachhaltiger Fleckenentferner aus Zellulose

| Redakteur: Manja Wühr

Chemie-Doktorandin Kristin Ganske vom Zentrum für Polysacchardiforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhält den diesjährigen Henkel Laundry & Home Care Research Award.
Chemie-Doktorandin Kristin Ganske vom Zentrum für Polysacchardiforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhält den diesjährigen Henkel Laundry & Home Care Research Award. (Bild: Jan-Peter Kasper/FSU)

Grasfleck in der Hose, Senf Fleck auf den Business-Hemd: Für diese Fälle setzen Waschmittelhersteller auf Soil-Release-Polymere. Eine Doktorantin aus Jena hat nun einen Weg gefunden diese auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen herzustellen.

Jena – Traditionell werden Soil-Release-Polymere, die eine leichtere Entfernung von Flecken ermöglichen, aus petrochemischen Rohstoffen gewonnen. Kristin Ganske von der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist es nun gelungen, alternative Rohstoffquellen zu nutzen. Die Chemiedoktorandin aus der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Thomas Heinze am Kompetenzzentrum für Polysaccharidforschung hat Polymere auf Basis von Zellulose als nachwachsendem Rohstoff generiert.

Biologisch abbaubare Soil Release-Polymere

In der Arbeitsgruppe von Prof. Heinze hat Kristin Ganske wasserlösliche Zellulosederivate synthetisiert, die beim Waschen mit Baumwollgewebe in Wechselwirkung treten und zu einer besseren Fleckentfernung beitragen können. Mit Zellulose liegt den Wissenschaftlern dabei die häufigste organische Verbindung vor, die auf der Erde vorkommt. „Damit ist das neue Polymer nicht nur erheblich ressourcenschonender, zugleich ist der Stoff biologisch abbaubar“, sagt Ganske.

Mit den technischen und wissenschaftlichen Voraussetzungen an der Universität Jena war es der 31-Jährigen möglich, durch chemische Verfahren natürliche Zellulose so zu verändern, dass die neuartigen Polymere auf Textilfasern anhaften können. So kann verhindert werden, dass Schmutz tief ins Gewebe eindringt.

Ausgezeichnete Leistung

Die Idee, auf dieser natürlichen Basis Polymere für Waschmittel herzustellen stammt aus der Kooperation mit Henkel und hat bereits im Rahmen der Diplomarbeit von Kristin Ganske ihren Ursprung. Die in den Jenaer Labors entstandenen Proben übermittelte die Chemikerin an die Forscher von Henkel, die am Hauptsitz in Düsseldorf Anwendungsexperimente durchführten. „Dank einer Einladung von Henkel durfte ich direkt vor Ort sehen, wie sich die Polymere in der Praxis schlagen“, so die Jenaer Wissenschaftlerin. Man kann annehmen, dass die Ergebnisse zufriedenstellend waren. Schließlich wurde Kristin Ganske von dem Henkel-Unternehmensbereich Wasch- und Reinigungsmittel mit dem diesjährigen Henkel Laundry & Home Care Research Award ausgezeichnet.

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