Suchen

Pharmazeutische Prozesstechnik

Lödige baut Engagement in indischem Joint Venture weiter aus

| Redakteur: Alexander Stark

Lödige Maschinenbau mit Sitz in Paderborn erweitert aktuell seine Engineering- und Fertigungs-Kapazitäten für das Coaten, Mischen, Granulieren sowie Trocknen und die dazu notwendigen Handlingsgeräte in Indien. Damit baut das Unternehmen sein Joint Venture mit der indischen Bectochem, einem Hersteller für pharmazeutische Prozesstechnik, weiter aus.

Firmen zum Thema

Labormischer-Serie: Entwickelt in Deutschland – gebaut in Indien.
Labormischer-Serie: Entwickelt in Deutschland – gebaut in Indien.
(Bild: Lödige)

Paderborn – Der deutsche Maschinenbauer Lödige agiert international. So besitzt das Unternehmen am indischen Joint Venture „Bectochem Loedige Process Technology” (BLPT) mit Sitz in Mumbai 51 % der Anteile. Seit der Gründung des Joint Ventures im April 2013 hat sich die strategische Zusammenarbeit kontinuierlich weiterentwickelt: Das BLPT-Portfolio umfasst Maschinen für die Pharma-, Lebensmittel- und Chemiebranche. Insgesamt wurden in dieser Konstellation bereits über 300 Pharma-Prozessanlagen aus indischer Produktion an Firmen in Indien und dessen Nachbarländern geliefert, davon weit über 100 Tablettencoater. Lödige hat damit Zugang zu diesem auf anderen Wegen kaum zugänglichen Regionalmarkt gefunden. Bectochem kann seinen Kunden im Gegenzug Anlagen nach deutschen Technologie- und Qualitätsstandards liefern.

Wissen ist Wettbewerbsvorteil Ob Branchennews, innovative Produkte, Bildergalerien oder auch exklusive Videointerviews. Sichern auch Sie sich diesen Informationsvorsprung und abonnieren Sie unseren redaktionellen Branchen-Newsletter „rund um das Thema Pharma“.

Nach den Worten von Lödige Geschäftsführer Dr. Dirk Sunderer ist ein solches Modell für einen deutschen Mittelständler immer noch eher ungewöhnlich. Lödige sei aber von diesem Weg überzeugt. Deshalb will das Unternehmen zunehmend Engineering- und Fertigungsleistungen aus Indien in seine Kernprozesse integrieren. So werden zukünftig einzelne Produkte des Portfolios vollständig bei BLPT gefertigt werden. Dadurch verspricht sich Sunderer insbesondere bei preissensitiven Produkten einen entscheidenden Kostenvorteil gegenüber den Marktbegleitern.

Bildergalerie

Hintergrund für dieses verstärkte Engagement in Indien ist eine strategische Neuausrichtung: So entwickelt sich das Unternehmen aktuell vom klassischen Maschinenbauer weiter zum Anbieter von verfahrenstechnischen Komplettlösungen und damit zum Solution & Service Provider.

Die Entwicklung von einem eher fertigungsorientierten hin zu einem Engineering-Unternehmen erfordere den Ausbau der eigenen Engineering-Kapazitäten, beschreibt Sunderer die Anforderungen, die sich aus diesem Veränderungsprozess ergeben. Fertigungs- und perspektivisch auch Engineering-Leistungen würden zunehmend im In- und Ausland eingekauft, so der Geschäftsführer weiter. Das Basic-Engineering, das R&D und die Kernkompetenzen auf dem Gebiet der Fertigungstechnik sollen aber im Stammhaus in Paderborn verbleiben.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46230464)