Automatisierungsplattform Leitsystem im laufenden Betrieb Schritt für Schritt migrieren

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die dezentrale Steuerungstechnik mit isolierter BDE von CHT R. Beitlich war in die Jahre gekommen. Statt die Produktion zu optimieren, hat sie Ressourcen beansprucht. Änderungen am System waren aufwändig, Ersatzteile nur mehr schwer zu beschaffen. Das Unternehmen hat nach einer passenden Lösung gesucht – und ist fündig geworden.

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Bereits während der Testphasen konnten CHT-Mitarbeiter per Remote-Zugriff über Tablets auf die Daten des B&R-Prozessleitsystems zugreifen.
Bereits während der Testphasen konnten CHT-Mitarbeiter per Remote-Zugriff über Tablets auf die Daten des B&R-Prozessleitsystems zugreifen.
(Bild: B&R)

„In den vergangenen Jahren zeichnete sich ab, dass die historisch gewachsene Technik in absehbarer Zeit nicht mehr mit den steigenden Anforderungen Schritt halten würde“, sagt Günther Schätzle, Leiter Betriebstechnik bei CHT R. Beitlich. Die Anforderungen an die Produktqualität und den Qualitätsnachweis, die Prozesssicherheit sowie die gesetzlichen Sicherheitsvorgaben hatten sich verändert.

„Darüber hinaus hat uns die alte Technik bei der schnellen Umsetzung neuer Anforderungen eingeschränkt“, ergänzt Schätzle. Drei Tage habe es zum Beispiel gedauert, um nur ein zusätzliches Ventil einzubauen und in Betrieb zu nehmen. Hinzu kamen vermehrt auftretende Geräteausfälle und es wurde schwieriger, Ersatzteile zu bekommen.

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Die veraltete und anfällige sowie unflexible Steuerungs-, Visualisierungs- und BDE-Technik sollte durch eine neue abgelöst werden, die dem Stand der Technik entspricht. „Eine Vollautomatisierung der Anlagen war dabei ganz klar nicht erstes Ziel“, so Schätzle, „für unsere Multifunktionsanlagen wäre sie zu aufwändig geworden.“

83 Anlagen an 2 Standorten

CHT produziert Spezialchemikalien für die Bereiche Textil, Textilpflege, Bauchemie und Spezialchemikalien mit kundenorientierter Produktentwicklung und einem großen, weiter wachsenden Produktspektrum. Den überwiegenden Teil des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit komplexen Produkten, die vornehmlich an den Produktions- und Logistikstandorten Dußlingen und Oyten hergestellt werden.

Dort betreibt CHT über hundert Anlagen, darunter verschiedene Versorgungsanlagen sowie eine Vielzahl von Mischkesselanlagen und Chemiereaktoren. Viele Produktionsanlagen sind als Multifunktionsanlagen ausgelegt, die für die Herstellung von bis zu 100 unterschiedlichen Produkten flexibel eingesetzt werden.

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