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Dabei werden vier Kompetenzbereiche unterschieden:
- fachliche Kompetenz, z. B. Fachwissen innerhalb des Berufsfeldes, Produkt- und produkttechnische Kenntnisse, innerbetriebliche und Branchenkenntnisse
- methodische Kompetenz, z. B. Präsentationstechniken, Projekt-, Prozess- und Zeitmanagement, strategische Planung
- soziale Kompetenz, z. B. Kommunikationsfähigkeit, Konflikt- und Kompromissfähigkeit, Teamfähigkeit
- persönliche Kompetenz, z. B. Führungsfähigkeit, Durchsetzungs- und Überzeugungsfähigkeit, Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein
Zunächst wurden die Anforderungen an die Ingenieure ermittelt. Für die Unternehmenssicht wurden die Personalentscheider (Personalleiter und fachliche Leiter) befragt, für die Mitarbeitersicht die Ingenieure selbst. Über alle Befragtengruppen hinweg dominiert als Hauptanforderung ganz klar die fachliche Kompetenz. 91 Prozent der Fachleiter, 95 Prozent der Personalleiter und 86 Prozent der befragten Ingenieure setzen sie auf Platz eins oder zwei in der Rangreihe der vier wichtigsten Qualifikationsanforderungen im Unternehmen. An zweiter Stelle folgt mit etwa halb so vielen Nennungen die methodische Kompetenz. Am unteren Ende der Wichtigkeitsskala liegen persönliche und soziale Kompetenz nahe beieinander, wobei der persönlichen Kompetenz noch ein etwas höherer Stellenwert beigemessen wird.
„Introvertierte Genies“ gesucht
Nur bei zwei der sieben abgefragten Fachbereiche formulieren die Personalentscheider in Ansätzen ein differenzierteres Anforderungsprofil. Im Bereich Forschung und Entwicklung spielt – neben der hier besonders wichtigen Fachkompetenz – auch die methodische Kompetenz eine bedeutende Rolle. Persönliche und soziale Kompetenzen sind nur in sehr unterdurchschnittlichem Maße gefordert. Gesucht werden somit scheinbar vorrangig Ingenieure, die dem Klischee des „introvertierten Genies“ entsprechen. Extrovertiertheit ist dagegen im Fachbereich Technischer Vertrieb/Kundendienst stärker gefragt. Hier zählt die persönliche Kompetenz mehr als in allen anderen Fachbereichen, die Bedeutung der fachlichen Kompetenz wird dagegen als weniger wichtig eingestuft. Interessanterweise wird die soziale Kompetenz als Anforderung für Vertriebs-/Kundendienstmitarbeiter nur unterdurchschnittlich bewertet. Soziale Kompetenz ist vor allem da gefragt, wo es um Teamleistungen geht, wie in den Fachbereichen Produktion/Fertigung/Montage und Materialwirtschaft/Logistik/Einkauf.
Vergleicht man die Anforderungen der Personalleiter und die wahrgenommenen Anforderungen der Ingenieure selbst, zeigen sich mehr Unstimmigkeiten als Übereinstimmungen. Abgesehen davon, dass die überragende Rolle der Fachkompetenz von beiden Gruppen bestätigt wird, gibt es bei den übrigen Kompetenzfeldern teilweise größere Abweichungen.
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