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Nachhaltigkeitszertifizierung

INRO entwickelt Kriterien für nachhaltige Beschaffung von Biomasse

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Die Erarbeitung eines eigenen neuen Zertifizierungssystems für den stofflichen Bereich war hingegen kein Bestandteil von INRO. Denn bei der Produktion von Agrarrohstoffen wird meist nicht unterschieden, wofür diese später genutzt werden, zudem ist der Aufbau von Zertifizierungssystemen komplex und arbeitsintensiv und eine Doppel- und Mehrfachzertifizierung wäre eine Zumutung für Landwirte, Ersterfasser, Händler und andere Marktteilnehmer. Deshalb wurden bei INRO bestehende Systeme auf die stoffliche Biomassenutzung angepasst.

Die INRO-Initiative flankiert den auf deutscher und europäischer Ebene beschlossenen Aufbau einer Bioökonomie. Nicht nur Deutschland, auch die europäische Kommission hat Anfang 2012 eine Bioökonomie-Strategie und einen dazu gehörigen Aktionsplan vorgestellt. Von den Mitgliedsstaaten sind neben Deutschland die Niederlande, Norwegen und Dänemark besonders weit voran geschritten bei der nationalen Umsetzung.

Mittelfristig strebt INRO die Entwicklung einer Nachhaltigkeitszertifizierung auf europäischer und globaler Ebene an. Langfristig müssen sämtliche Verwertungspfade von Biomasse zertifiziert werden, nur so lassen sich Verdrängungseffekte vermeiden. Das heißt, dass auch die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln global kontrolliert werden muss. Sonst könnte die Biomasseproduktion für Energie und stoffliche Nutzung auf zertifizierten Flächen erfolgen, während parallel ein nicht nachhaltiger Anbau von Rohstoffen für Lebens- und Futtermittel stattfindet.

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