Fernwirk- und Automatisierungstechnik

Fernwirk- und Automatisierungstechnik schafft Transparenz

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Einsatz in Griechenland: Psyttalia Wastewater Treatment Plant heißt das ehrgeizige Projekt auf der gleichnamigen Insel Psyttalia in der Bucht vor Athen und der Hafenstadt Piräus. Die Abwässer werden über eine 1,5 km lange Pipeline vom Festland zur Kläranlage auf der Felsinsel Psyttalia gepumpt. Die technischen Daten muten gigantisch an: Die biologische Klärstufe umfasst u.a. zwölf Faulbehälter mit einem Gesamtvolumen von nahezu 300.000 m³ und einer Durchflussrate von 1.000.000 m³ pro Tag.

Für die Zuflusssteuerung sorgen Plattenschieber mit pneumatischen Linearantrieben vom Typ DLP. Sie wirken direkt auf die Schieberplatte und arbeiten damit gegenüber anderen Antriebsarten wartungsfrei. Bei der Durchflusssteuerung für das im Faulturm entstehende Biogas kommen Schwenkantriebe zum Einsatz. Diese regeln zudem die Verteilung von Heißwasser für die Wärmetauscher, die eine Temperatur von 36 °C im Faulbehälter konstant halten.

Nachträgliche Ertüchtigung möglich

Über eine standardisierte, genormte Datenübertragung lassen sich selbst Wasserversorgungsnetze und Abwasseranlagen, die bereits seit Jahrzehnten im Einsatz sind, auf einfache Weise modernisieren und erweitern, verspricht Siemens. Grundsätzlich bilden zentrale Leitstellen wichtige Knotenpunkte in einem funktionierenden Versorgungssystem. Die Anbindung daran wird durch entsprechende technische Lösungen unterstützt, wie z.B. durch das Fernwirksystem Siplus RIC (Remote Interface Control). Diese Produktfamilie ermöglicht ein skalierbares Fernwirken und Automatisieren auf Basis des Automatisierungssystems Simatic S7. Während die kleinste Einheit aus Hard- und Software (Bundle) bis zu 200 Informationspunkte verarbeitet, kann die höchste Ausbaustufe – bestehend aus einer Steuerung Simatic S7-400H und der Siplus RIC Library – bis zu 5000 Informationspunkte handhaben.

Siemens-Technik kam auch beim Austausch der Visualiserungs- und Automatisierungstechnik der Kläranlage Oederan durch die WKS Group zum Einsatz.

Fazit: Dezentrale Versorgungs- und Entsorgungstechnik profitiert von zentraler Informationsverarbeitung. Deshalb investiert die Wasserwirtschaft weltweit in Fernwirk- und Automatisierungstechnik, erhöht damit Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit ihrer Anlagen und spart Energie und Personalkosten.

* Der Autor arbeitet als freier Mitarbeiter für PROCESS.

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