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Schutzmaßnahmen
Insbesondere bei Vorliegen sehr niedriger MIE- und MEC-Werte und wenn regelmäßig vier der fünf Pentagramm-Parameter vorliegen, müssen sowohl Präventiv- wie auch Schutzmaßnahmen getroffen werden. Bei Anlagenteilen denkt man zuerst an Explosionsdruck-Entlastung. Sie ist preiswert und als passives System wenig wartungsintensiv. Trotzdem wird in verschiedenen technischen Regeln eine regelmäßige Inspektion vorgeschrieben. Eine Druckentlastung muss sicher angelegt sein, wobei vor allem die Flammenfront berücksichtigt werden muss. Diese kann bei Verlassen der Druckentlastung zwischen fünf und dreißig Meter weit ausragen. Besondere Beachtung muss man folgenden Punkten schenken:
- Können sich Personen in dem vorbestimmten Bereich aufhalten?
- Kann eine Folgeexplosion aufgrund von brennbaren Material im Weg der Flammenfront entstehen?
- Sind die Verbrennungsprodukte giftig, oder können sie die Umwelt anderweitig schädigen?
- Kann die Flammenfront über das eigene Grundstück hinausgehen?
- Kann eine sichere Druckentlastungsleitung nach draußen installiert werde, wenn man eine in einem Gebäude befindliche Anlage entlasten will?
- Sind die Aufräumarbeiten nach einer Explosionsableitung akzeptabel?
- Ist der Zeitverlust bis zur Reparatur der zu sichernden Anlage akzeptabel?
Wird mindestens eine dieser Fragen mit einem klaren „Nein“ beantwortet, müssen weitergehende Maßnahmen ergriffen werden. Bei der Explosionsdruckentlastung muss auch beachtet werden, dass die Fortpflanzung der Explosion aus einem Anlagenteil in ein anderes unterdrückt werden muss.
Während eine korrekt berechnete Druckentlastung den Anlagenteil, in dem die Explosion stattfand, korrekt schützt, kann die Flammenfront über die Verbindungsrohre in den nächsten Anlagenteil durchschlagen. Das kann entweder durch Injektion eines hitzeabsorbierenden Löschmittels in die Übertragungsleitung, oder durch einen schnell arbeitenden Verschluß, der den Flammenweg mechanisch abriegelt, erreicht werden.
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