Steuerungstechnik

Explosionsschutz bei Abwasseranlagen – das sollten Betreiber wissen

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Das fordern die Vorschriften

Wegen dieser herausfordernden Rahmenbedingungen sind bei der Planung und dem Betrieb von abwassertechnischen Bauwerken neben den konstruktiven Maßnahmen zur Minderung der Explosionsgefahr auch die einschlägigen Normen und Vorschriften (Atex, IECEx, BetrSichV) zu beachten. Demnach sind Betreiber von Abwasseranlagen verpflichtet, für die explosionsgefährdeten Bereiche ihrer Anlage ein Explosionsschutzdokument zu erstellen, in dem die Explosionsgefahren konkret beurteilt und detaillierte Schutzkonzepte festgelegt werden.

In Deutschland liefert das DWA Merkblatt 217 (DWA-M 217) „Explosionsschutz für abwassertechnische Anlagen“ (Juli 2014) gute Hinweise für die praktische Umsetzung dieser Vorgaben. Diese einschlägigen Normen und Zulassung sind ebenfalls bei der Auslegung der elektrischen Ausrüstung einer abwassertechnischen Anlage zugrunde zu legen. Dies gilt auch für die Ausrüstung von Schaltschränken.

In der Regel sind Planer wie Betreiber bestrebt, die Anzahl der Komponenten und Systeme, die dabei eingesetzt werden, so gering wie möglich zu halten. Aus gutem Grund: Die vielschichtigen Anforderungen, die abwassertechnische Anlagen an die Steuerungstechnik stellen, wirken sich auch auf die Aufwendungen aus, die Planer wie Betreiber im Rahmen des Engineerings und der späteren Wartung antizipieren müssen. Entsprechend nutzen sie bevorzugt Produkte, die nicht nur in Standardanwendungen eingesetzt werden können, sondern gleichermaßen in Sonderapplikationen, z.B. explosionsgefährdeten Bereichen oder Umgebungsbedingungen, die für Kläranlagen typisch sind: höchst aggressive bzw. korrosive Atmosphären.

Zwei Zonen – ein System

Wago hat sein I/O-System 750 so gestaltet, das in Ex- und Nicht-Ex-Bereichen keine unterschiedlichen Systemwelten zum Einsatz kommen müssen: Es ist auf Basis konstruktiver Feinheiten extrem vielseitig, ohne dabei seinen übergeordneten Standard zu verlassen. Auf Basis von über 500 Funktionsmodulen bietet es die Möglichkeit, verschiedenste Sensoren im Feld direkt anzubinden und unterschiedlichste Formen von Analog- oder Digitalsignalen über TCP/IP gebündelt an die Leitwarte zu übertragen.

Zudem ermöglicht es das I/O-System, Störmeldungen oder Füllstände von Regenüberlaufbecken aus der Ferne zu erfassen und so den Zulauf zur Kläranlage gezielt zu steuern. Neben der generellen Feldbusunabhängigkeit und der serienmäßigen Verfügbarkeit offener Schnittstellen für die Messtechnik sowie die Integration ganzer Anlagenteile, zählt die Hart-Kommunikation ebenfalls zum Standard. Schlussendlich erlaubt diese Kommunikationsfreudigkeit, auch Anlagenerweiterungen in der Zukunft vergleichsweise einfach zu integrieren.

Planern ermöglicht es das Baukastenprinzip von Wago, Applikationen in Ex- und Nicht-Ex-Bereichen preislich wie funktional passend auszurüsten, ohne bei der Programmierung von Schnittstellen zeitliche Einbußen in Kauf nehmen zu müssen. Betreiber können auch Sonderlösungen, z.B. eine partielle Energiemessung inklusive der Speicherung sämtlicher Prozessdaten, mit den Komponenten eines Automatisierungssystems umsetzen. So können ein gezieltes Monitoring sowie ein Managementsystem, das historische Werte darstellt, aufgebaut werden. Die funktionalen Vorteile, die das Wago-System für Verfahrenstechniker bereit hält, werden durch das Angebot kostenloser Funktionsbibliotheken für die Wasser- und Prozesstechnik abgerundet.

* Der Autor ist Market Manager Energy & Process Automation Water bei der Wago Kontakttechnik GmbH & Co. KG, Minden.

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