Newsticker Februar: Aktuelles aus der Prozessindustrie Evonik-Chef warnt Mittelstand vor Annäherung an die AfD

Von Wolfgang Ernhofer 2 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

02.02.2026

München (ifo) *07:30 Uhr – Ifo Institut: Geschäftsklima in der Chemie leicht verbessert

Das Geschäftsklima in der Chemischen Industrie hat sich im Januar geringfügig verbessert. Der Index stieg auf minus 23,5 Punkte, nach minus 24,6* Punkten im Dezember. Dabei trübte sich die aktuelle Lage deutlich ein und fiel auf minus 34,9 Punkte, nach minus 29,7* Punkten im Dezember. Die Erwartungen hellten sich dagegen auf, von minus 19,3* auf minus 11,4 Punkte im Januar. „Die Chemie blickt etwas weniger pessimistisch in die Zukunft, doch die laufenden Geschäfte bleiben schwach“, sagt ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.

Herrschte zum Jahresende 2025 noch Krisenstimmung, so stabilisiert sich die Nachfrage im Januar leicht. Erstmals seit Monaten stieg der Auftragsbestand. Der Indikator verbesserte sich von minus 23,7 auf plus 3,4 Punkte. Die Auftragsbücher sind für 1,8 Monate gefüllt, im Oktober waren es noch 1,4 Monate. Trotz dieser positiven Signale bewerten die Unternehmen den gesamten Auftragsbestand mit minus 47,1 Punkten weiterhin als sehr niedrig. Die Kapazitätsauslastung in der Chemischen Industrie liegt mit 72,7 Prozent deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 80,9 Prozent. Die Unternehmen planen, die Produktion in den nächsten Monaten zurückzufahren und Personal weiter zu reduzieren. „Der anhaltende Preisdruck und die Unsicherheiten im Außenhandel durch drohende Zölle belasten die Chemische Industrie“, sagt Wolf.

01.02.2026

Hamburg (dpa) *14:33 Uhr – Evonik-Chef warnt Mittelstand vor Annäherung an die AfD

Christian Kullmann, Vorstandschef des Essener Chemiekonzerns Evonik, kritisiert die Annäherung mittelständischer Unternehmen an die AfD. «Gerade im Mittelstand gibt es Tendenzen, sich an Positionen der AfD anzunähern», sagte der 56-Jährige im Gespräch mit dem «Spiegel». «Ich halte das für fatal und plädiere dafür, dass sich die Industrie als Ganzes klar bekennt: nicht mit denen!»

Er sei «bestürzt und richtig sauer» über die aktuelle Situation. «Viele Wähler ziehen mittlerweile ein autoritäres Aufräumen dem demokratischen Diskurs vor», sagte der Topmanager des börsennotierten Unternehmens, das 2024 einen Umsatz von 15,2 Milliarden erwirtschaftet hat und über 30.000 Menschen beschäftigt. Ein Grund dafür sei die Angst vor Wohlstandsverlusten und sozialem Abstieg. «Genau deshalb ist es so wichtig, unsere Industrie zu stärken», sagte Kullmann dem Nachrichtenmagazin.

Größter Anteilseigner des Chemiekonzerns ist mit knapp 47 Prozent die RAG-Stiftung. Sie ist zuständig für die Finanzierung der Folgekosten aus dem 2018 eingestellten deutschen Steinkohlenbergbau, den «Ewigkeitsaufgaben».

Der Verband der Familienunternehmen hatte im Oktober 2025 zu einem Parlamentarischen Abend in Berlin erstmals auch Vertreter der AfD eingeladen. Nach scharfer Kritik und dem Austritt namhafter Mitgliedsfirmen wie Rossmann, Vorwerk und Fritz-Kola wurde diese Position zurückgenommen. Die Einladung von AfD-Abgeordneten habe sich als Fehler herausgestellt.

Ende Januar wehrte sich der Molkerei-Unternehmer Theo Müller mit anwaltlicher Hilfe gegen die Kritik, die AfD zu unterstützen. Er sei kein AfD-Mitglied und möchte auch keins werden. Er habe der Partei auch kein Geld gespendet. In einem Zeitungsinterview hatte er auf die Frage, ob er ein interessierter Beobachter oder ein Sympathisant sei, gesagt: «Irgendwas dazwischen.» Der 86-Jährige hat regelmäßige Kontakte zu AfD-Chefin Alice Weidel eingeräumt und sie in einem Interview als Freundin bezeichnet.

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