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Brennstoffzellenkraftwerk

Europas erstes Brennstoffzellenkraftwerk der Megawatt-Klasse

| Redakteur: Gabriele Ilg

Grünes Licht für saubere Energie: Bei Friatec entsteht das erste Brennstoffzellenkraftwerk der Megawatt-Klasse in Europa.
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Grünes Licht für saubere Energie: Bei Friatec entsteht das erste Brennstoffzellenkraftwerk der Megawatt-Klasse in Europa. (Bild: Friatec)

Auf dem Gelände der Friatec in Mannheim-Friedrichsfeld wird das erste europäische Brennstoffzellenkraftwerk im Megawattbereich errichtet. Im dritten Quartal 2016 soll das Kraftwerk seine Arbeit aufnehmen.

Mannheim – „Unsere Produktionsprozesse lösen einen hohen Bedarf an Strom und Wärme aus. Mit der Brennstoffzellen-Technologie decken wir diesen Bedarf effizient und sauber und erhöhen damit die Umweltverträglichkeit unserer Fertigung“, kommentiert Friatec-Alleinvorstand Klaus Wolf diese Entscheidung des Spezialisten für Produkte aus korrosionsbeständigen und verschleißfesten Werkstoffen.

Partner von Friatec sind E.ON Connecting Energies und die Fuel Cell Energy Solutions, die für die technische Realisierung, Installation und Wartung der Anlage verantwortlich sind. Die 1,4-Megawatt-Brennstoffzelle soll etwa 60 Prozent des Energiebedarfs für die Produktionsprozesse von Friatec bereitstellen. „Auf diese Weise können wir knapp die Hälfte der von uns benötigten elektrischen Energie selbst erzeugen und die CO2-Emissionen um etwa 3000 Tonnen jährlich reduzieren“, fasst Wolf die Vorteile zusammen. Ergänzend zum Bau des Brenstoffzellenkraftwerks ist die gesamte Modernisierung der bestehenden Wärmeinfrastruktur bei Friatec geplant.

„Wir freuen uns, Europas erste kommerzielle Brennstoffzelle im Megawatt-Bereich im industriellen Umfeld in Mannheim errichten zu können“, so Robert Hienz, Geschäftsführer von E.ON Connecting Energies. „Hier zeigt sich, wie hocheffiziente Technologien Marktreife erlangen und realen Kundenbedürfnissen entgegenkommen, wie in diesem Fall durch die Senkung der CO2-Emissionen um etwa ein Viertel – und erheblichen Einsparungen bei den Energiekosten.“

Die Firma Fuel Cell Energy Solutions ist ein im Frühjahr 2012 gegründetes Joint Venture zwischen dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) und dem US-Konzern Fuelcell Energy. Dessen Präsident und CEO Chip Bottone, der gleichzeitig Geschäftsführer von Fuel Cell Energy Solutions ist, freut sich über das neue Projekt: „Mit E.ON Connecting Energies haben wir einen führenden Anbieter von Energielösungen als Partner, um Brennstoffzellenkraftwerke im Bereich bis zu mehreren Megawatt zu etablieren. Auf Basis der Zusammenarbeit können wir unsere Brennstoffzellenkraftwerke, die sich bereits an vielen Orten der Welt bewährt haben, in neue Märkte einführen.“

Brennstoffzellen wandeln in einem hocheffizienten, elektrochemischen Prozess den Brennstoff in Strom und Wärme um. Da hierbei keine Verbrennung stattfindet, werden praktisch keine Schadstoffe emittiert. Wie eine Batterie besteht eine Brennstoffzelle aus vielen einzelnen Zellen, die als Gruppe einen Brennstoffzellenstapel bilden. Jede einzelne Zelle enthält eine Anode, eine Kathode und einen Elektrolyten. Wenn ein wasserstoffreicher Brennstoff wie Erdgas oder Biogas in den Brennstoffzellenstapel eintritt, reagiert er mit Sauerstoff (Luft) elektrochemisch, um elektrischen Strom, Wärme und Wasser zu produzieren. Während eine typische Batterie eine feste Energiemenge liefert, erzeugen Brennstoffzellen kontinuierlich Strom solange Kraftstoff zugeführt wird.

Die DFC-Kraftwerke von Fuel Cell Energy Solutions basieren auf der Schmelzkarbonatbrennstoffzellen-Technologie. Der Name der Brennstoffzelle ist von seinem Elektrolyten abgeleitet, der sich aus Kalium- und Lithiumkarbonaten zusammensetzt. Um Strom zu produzieren, erzeugen sie Wasserstoff direkt aus einer Brennstoffquelle, wie beispielsweise Erdgas oder Biogas. Diese so genannte interne Reformierung, die von Fuel Cell Energy patentiert wurde, ist ein klarer Wettbewerbsvorteil von Karbonatbrennstoffzellen, da dadurch leicht verfügbare Brennstoffe verwendet werden können. „Dass wir Vorreiter beim Einsatz dieser Technologie sind, macht uns sehr stolz“, so Friatec-Vorstand Wolf.

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