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Auch der VDI hat sich einen Kodex gegeben und beschreibt die „Ethischen Grundsätze des Ingenieurberufs“ so: Ingenieurinnen und Ingenieure...
- ...verantworten allein oder mitverantwortlich die Folgen ihrer beruflichen Arbeit sowie die sorgfältige Wahrnehmung ihrer spezifischen Pflichten;
- ...bekennen sich zu ihrer Bringpflicht für sinnvolle technische Erfindungen und nachhaltige Lösungen;
- ...sind sich bewusst über die Zusammenhänge technischer, gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Systeme und deren Wirkung in der Zukunft;
- ...vermeiden Handlungsfolgen, die zu Sachzwängen und zur Einschränkung selbstverantwortlichen Handelns führen;
- ...orientieren sich an den Grundsätzen allgemein moralischer Verantwortung und achten das Arbeits-, Umwelt- und Technikrecht;
- ...diskutieren widerstreitende Wertvorstellungen fach- und kulturübergreifend;
- ...suchen in berufsmoralischen Konfliktfällen institutionelle Unterstützung;
- ...wirken an Auslegung und Fortschreibung rechtlicher und politischer Vorgaben mit;
- ...verpflichten sich zur ständigen Weiterbildung und engagieren sich bei der technologischen Aufklärung in Aus- und Weiterbildung an Schulen, Hochschulen, in Unternehmen und Verbänden.
Ein neuer Kodex für ethische Grundsätze für Ingenieure muss nicht erfunden werden
Veröffentlicht wurde dies im März 2002. Das zeigt: Ein neuer Kodex für ethische Grundsätze für Ingenieure muss mitnichten erfunden werden. Man kann jedem dieser Sätze uneingeschränkt zustimmen und sie zur Grundlage jeder Arbeit eines Ingenieurs nehmen. Und warum arbeiten wir dann nicht damit in unseren Firmen? Warum gehört es nicht zum Pflichtprogramm bei den Einführungsveranstaltungen für junge Ingenieure, Physiker, Chemiker, Techniker, die neu bei uns in den Betrieben anfangen?
Kodizes, Grundsätze, Bekenntnisse gehen jeden technisch handelnden Menschen individuell an: Was soll, was darf, was muss er tun – und was nicht? Es handelt sich um Moralregeln, sie sprechen die persönliche Ethik an. Ein großes „Aber“ gibt es: Mitarbeiter in Unternehmen können ethisch handeln wollen. Wenn jedoch das, was sie wollen und tun, nicht im Einklang ist mit der Ethik ihres Unternehmens, ihres Konzernbereichs, ihrer Abteilung, dann haben sie ein Problem. Das gilt für Korruption genau so wie für wissentlich falsche Spezifikationen von Geräten und Systemen, für eine Falschberatung des Kunden, für Industriespionage, für das Führen nach Gutsherrenart – wobei in einigen dieser Fälle ja immerhin noch das Strafrecht zieht.
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