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Konjunktur

Diese Länder sind bei einem Abschwung besonders gefährdet

| Redakteur: Matthias Back

Auch europäische Länder könnten laut Euler Hermes in Schwierigkeiten geraten.
Auch europäische Länder könnten laut Euler Hermes in Schwierigkeiten geraten. (Bild: ©rrice - stock.adobe.com)

Sechs Länder sind bei einem globalen wirtschaftlichen Abschwung besonders anfällig: Argentinien, Tunesien, Bahrain, die Türkei, Jordanien und Zypern. Das ergab eine Studie des Kreditversicherers Euler Hermes.

In 12 weiteren Staaten bestehen der Studie zufolge ebenfalls größere Risiken, unter anderem Italien, Kroatien, Rumänien oder Südafrika. Sie könnten insbesondere dann in Schwierigkeiten geraten, wenn der wirtschaftliche Abschwung deutlich stärker ausfallen sollte als aktuell erwartet. Euler Hermes geht mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 40 % von einem solchen Szenario aus.

„Der deutsche Wirtschaftsmotor stottert aktuell und auch Frankreich fährt mit angezogener Handbremse. Das geht am Rest Europas und den hiesigen Unternehmen nicht spurlos vorbei“, sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Hinzu kommen signifikante Risiken durch die anhaltenden Unsicherheiten in Italien und durch den Brexit. Die chinesische Wirtschaft schwächelt ebenfalls – nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Spannungen im globalen Handelskonflikt.“ Das wiederum könne mit einem Dominoeffekt andere asiatische Wirtschaften treffen. Es bestehe deshalb die Gefahr, dass der Abschwung eventuell deutlich stärker ausfallen könnte als bisher erwartet.

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Einige Länder haben für einen stärkeren Abschwung genügen Puffer – andere könnten laut Euler Hermes dadurch jedoch in Schwierigkeiten geraten – nicht nur in Schwellenländern, sondern auch in Europa.

„Wir haben bei den Länderrisiken aktuell einige Sorgenkinder“, sagt Manfred Stamer, Senior Volkswirt bei Euler Hermes. „Zu den Wackelkandidaten gehören mit Italien und Zypern auch zwei Industrieländer. Aber auch Kroatien, Rumänien, die Türkei oder Südafrika sollte man durchaus im Auge behalten.“ Insbesondere die Abhängigkeit von externer Finanzierung oder vom Export stellen Stamer zufolge Risiken dar, die dabei eine große Rolle spielen. Insgesamt seien viele Schwellenländer aber besser auf den Abschwung vorbereitet als bei der Weltwirtschaftskrise 2008/2009 – vor allem, weil sie in den letzten zehn Jahren mehr Devisenreserven als Puffer angelegt hätten.“

Externe Finanzierung, Rohstoff- und Exportabhängigkeit spielen wichtige Rollen

Die Volkswirte von Euler Hermes haben in ihrer jüngsten Analyse vor allem die drei Übertragungskanäle externe Finanzierung, Abhängigkeit vom Außenhandel sowie Rohstoffpreise untersucht. Bei letzteren unterteilt die Analyse die Auswirkungen von Energiepreisen und Preisen für andere Rohstoffe.

„Dabei fiel auf, dass 12 der 18 gefährdeten Wirtschaften stark von externer Finanzierung abhängig sind“, sagt Stamer. „Sie sind also im Ausland in ‚harter Währung‘ verschuldet. Bei einer Abwertung der Landeswährung wie zuletzt in Argentinien, der Türkei sowie anderen wichtigen Schwellenländern, kann eine Rückzahlung um ein Vielfaches teurer und damit in einigen Fällen sehr schwer zu stemmen sein.“ Zehn der 18 Wackelkandidaten sind zudem führende Rohstoffexporteure. Sie sind damit stark von der Entwicklung der Rohstoffpreise sowie der Nachfrage abhängig.

Die Risikoweltkarte zeigt, wie stark die jeweiligen Länder von einem Abschung betroffen wären.
Die Risikoweltkarte zeigt, wie stark die jeweiligen Länder von einem Abschung betroffen wären. (Bild: Euler Hermes)

„Weltweit setzen 45 Volkswirtschaften vor allem auf ihre Exportstärke, darunter viele Industrienationen wie zum Beispiel Deutschland“, sagt Hof. „Eine schwächere Weltwirtschaft hat auf sie häufig deutlich stärkere Auswirkungen als anderswo und viele von ihnen dürften einen überdurchschnittlichen Abschwung erleben. Aber: Nur sieben dieser Länder weisen höhere systemische wirtschaftliche Risiken auf im Hinblick auf die gesamte externe Liquidität, die öffentliche und externe Verschuldungsquote sowie die Wirtschaftspolitik.“

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