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Biomasse-Vergasung Die zweite Kammer zündet bei der Wirbelschichtvergasung den Turbo

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Die TU Wien hat eine neue, weiter verbesserte, Zweibett-Wirbelschicht-Vergasung entwickelt. Damit können die Wissenschaftler Biomasse mit ganz unterschiedlichen Brennwerten nutzen, z.B. Abfälle aus der Papier- und Holzindustrie oder auch Klärschlamm.

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Blick in die Wirbelschicht-Versuchsanlage. Im Bild ist Johannes Schmid vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der TU Wien.
Blick in die Wirbelschicht-Versuchsanlage. Im Bild ist Johannes Schmid vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der TU Wien.
(Bild: TU Wien)

Bei der Verbrennung von Biomasse, Müll oder Industrie-Reststoffen kann man zwar die gespeicherte Energie nutzen, nicht aber die Moleküle, aus denen das Material zusammengesetzt ist.

An der TU Wien forscht man seit über zwanzig Jahren an einem Verfahrenskonzept, das beides gleichzeitig kann – Wärmeenergie bereitstellen und einen chemischen Energieträger erzeugen. Das sogenannte Produktgas dient dabei als Grundlage für unterschiedliche Synthesen. Nach zweijähriger Vorbereitungsarbeit konnten Wissenschaftler am Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften nun eine neue Anlage in Betrieb nehmen, die mit einer sehr breiten Palette an Brennstoffen zurechtkommt.

Einmal Abgas, einmal Produktgas

„Die entscheidende Idee bei der Zweibett-Wirbelschicht-Vergasung ist, dass wir den Prozess in zwei verschiedene Kammern aufteilen“, erklärt Johannes Schmid vom Institut für Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften der TU Wien.

In der einen Kammer wird der Brennstoff bei hohen Temperaturen in ein wertvolles Produktgas umgewandelt. In dieser Kammer befindet sich keine Luft, sondern Wasserdampf, daher verbrennt das Gas nicht. Feste Rest-Bestandteile des Brennstoffes gelangen sodann in die zweite Kammer, wo Luftsauerstoff zugeführt wird und die Verbrennung stattfindet.

Diese Verbrennung liefert die nötige Hochtemperaturwärme für die erste Kammer. Übertragen wird die Wärme mit Hilfe von heißem Sand, der zwischen den Kammern zirkuliert.

Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Verbrennungsofen hat man bei diesem Verfahren zwei getrennte Gasströme: Einen Abgasstrom aus der Verbrennungskammer und einen Produktgasstrom aus der Vergasungskammer, der dann weiter genutzt werden kann.

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