Synthesegas-Verfahren

Die Rückkehr der Dinosaurier – Synthesegas feiert ein Comeback

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Allesamt State-of the-Art-Technologien, die technisch ausgereift sind, aber einen entscheidenden Haken haben: Die Anlagen sind richtig teuer, extrem groß und wegen der Reaktionstemperaturen von knapp 1000 °C wahre Energievernichtungsmaschinen. Stand der Technik seien mehrständige Anlagen die pro Strang 100 000 Norm Kubikmeter Wasserstoff liefern, erzählte Dr. Karsten Büker, der in der Research & Development Division bei Uhde in Dortmund u.a. mit der Konzeption und dem Bau von Synthesegasanlagen beschäftigt ist, kürzlich auf einem Dechema-Kolloquium. Selbst kleinste Verbesserungen zahlen sich deshalb in barer Münze aus.

Zurzeit arbeiten die Verfahrenstechniker vor allem an Katalysatoren, die eine höhere Aktivität aufweisen und solchen, die nicht mehr so stark zum Verkoken neigen. Um den Trend zu noch größeren Anlagen zu stoppen hat Uhde einen autothermen Erdgas-Reformer entwickelt, für dessen Einsatz zwar eine Luftzerlegung vorgeschaltet werden muss. Trotzdem seien die Investitionskosten in das Verfahren aufgrund der Skalenvorteile geringer als etwa in einen Steamreformer, betont Büker.

Die Dortmunder haben erst Anfang des Jahres ihr Portfolio erweitert und von RWE das Hochtemperatur-Winkler-Verfahren (HTW-Verfahren) gekauft. Damit können die Dortmunder neben der Flugstromvergasung, dem Prenflow-Verfahren, ein weiteres Vergasungsverfahrung für Feststoffe anbieten, das besonders für Braunkohlen, Steinkohlen mit hohen Ascheschmelzpunkten sowie für Biomassen wie Holz, Torf, aber auch Hausmüll geeignet ist – Einsatzstoffen bei denen Karsten Radtke, Leiter des Uhde-Bereichs Gastechnik einen großen Zukunftsmarkt sieht.

* Die Autorin ist Redakteurin bei PROCESS.

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