... klassische prozessinterne Wärmerückgewinnungen und beinhalteten hohe Einsparungen. Bei einem Payback von maximal vier Jahren pro Maßnahme konnten zusätzlich zu den bereits geplanten Wärmerückgewinnungen Einsparungen von rund 3600 Meagawattstunden respektive rund 210 000 Schweizer Franken pro Jahr realisiert werden. Die Wärmerückgewinnung konnte daher von den ursprünglich geplanten 14,2 auf 17,8 Gigawattstunden erhöht werden. Damit wurden unter Berücksichtigung aller realisierten Energieoptimierungsmaßnahmen bei Investitionskosten von etwa 2,4 Millionen Schweizer Franken über eine Million Schweizer Franken Energiekosten pro Jahr eingespart, was einem Gesamtpayback von 2,5 Jahren entspricht. Einem Wert, der absolut vertretbar ist, zumal bei Vertragsverhandlungen bei Neuanlagen üblicherweise Preiszugeständnisse der Lieferanten erreicht werden können. Die Einsparungen wirkten sich eins zu eins auf den Erdgasverbrauch aus, der um etwa 1,77 Millionen Kubikmeter pro Jahr verringert wurde. Auf diese Weise konnten die umgesetzten Maßnahmen einen CO2-Ausstoß von rund 3500 Tonnen pro Jahr verhindern.
Ein früher Analysezeitpunkt bringt Vorteile
Die Pinch-Analyse erfolgte in diesem Beispiel bereits während des Preengineerings. Dieser frühe Zeitpunkt in der Projektplanung bringt einige Vorteile mit sich: Das Unternehmen konnte einerseits auf die laufenden Planungen noch Einfluss nehmen und die vorgeschlagenen Maßnahmen ohne große Umplanungen übernehmen, andererseits waren gleichzeitig schon viele (Prozess-) Daten bekannt, was die Berechnungen auf eine solide Grundlage stellte. Der Zeitdruck und die laufenden Änderungen des Pflichtenheftes der Anlagen machten eine enge Zusammenarbeit und einen reibungslosen Informationsaustausch mit dem Kunden und vor allem dem Anlagenbauer nötig. Diese Anwendung ist ein Parade-Beispiel aus dem Fundus von Erfahrungen mit der Pinch-Analyse, die in den wichtigsten Branchen der Schweizer Industrie gesammelt wurden.
Literatur
[1] Dr. Brunner & Partner AG, Helbling Beratung + Bauplanung AG, Zürich, Konvekta AG, Bundesamt für Energie, Prozessintegration mit der Pinch-Methode, Handbuch zum BFE-Einführungskurs, Auflage 2006, BFE
* Der Autor ist Leiter Bereich Energie und Anlagen der Helbling Beratung + Bauplanung AG.