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Die asiatischen Hauptmärkte
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Indien haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, weil umfangreiche Privatisierungen und die Einführung moderner Managementmethoden ein interessantes Geschäftsumfeld geschaffen haben. Projekte in der petrochemischen Industrie sowie im Raffineriesektor umfassten den Bau der größten Ethylenanlage Indiens in Daheij. Der Cracker erzeugt neben Ethylen weitere Chemieprodukte wie Propylen, Benzol und Butadien und liefert damit wichtige Ausgangsstoffe für die lokale Kunststoffindustrie. Durch den Ausbau der indischen Polymer-, Fein- und Spezialchemie-Industrie ergeben sich auf längere Sicht gute Auftragschancen bei der Modernisierung bestehender und dem Bau neuer Anlagen.
Mittelfristig dürfte der Subkontinent sich als zweitwichtigster asiatischer Markt für den Chemieanlagenbau hinter China und noch vor Japan und Südkorea etablieren. Mit Bestellungen von 542 Millionen Euro von Oktober 2008 bis September 2009 war Indien sogar der größte Kunde der Branche weltweit.
Aus China gingen im Berichtszeitraum Aufträge für Chemieanlagen im Wert von 85 Millionen Euro (2008: 73 Millionen Euro) bei deutschen Anlagenbauern ein. Charakteristisch für das Chinageschäft sind Forderungen nach hoher lokaler Wertschöpfung. Mit der weiter wachsenden Binnennachfrage wird China auch zukünftig Investitionen in allen Bereichen der Chemie tätigen. So besteht starkes Interesse daran, die üppigen Kohlevorkommen des Landes zur Treibstoff- und Grundstoffproduktion in der chemischen Industrie zu nutzen. Hier konnten deutsche Firmen bereits erste Aufträge gewinnen.
Fazit
Ins Jahr 2010 blickt die Branche optimistisch, wenn auch etwas verhalten. Eine Rückkehr auf das Niveau der Boom-Jahre 2007 und 2008 ist noch nicht in Sicht, und die Auftragseingänge dürften mittelfristig auf ihrem derzeitigen Niveau verharren oder nur leicht wachsen. Außerdem werden neue Konkurrenten aus Asien den Wettbewerbsdruck weiter erhöhen. Den kompletten Konjunkturbericht 2009/2010 „Der deutsche Chemieanlagenbau - Technologiestärke und Managementkompetenz sichern Weltmarktposition“ finden Sie hier als Whitepaper!
* Der Autor ist Referent der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau beim VDMA.
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