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Kolumne: Aus dem Leben eines Auditors

Die Auditoren, die aus  der Kälte kamen

| Autor/ Redakteur: Karl Metzger / Anke Geipel-Kern

Auditoren leben gefährlich, zumindest sind sie stark erkältungs­gefährdet. Wollen Sie erfahren, warum das so ist? Folgen Sie dieses Mal unserem Kolumnisten Karl Metzger in den äußersten Osten Europas. Wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen nach der Lektüre fröstelig zu Mute sein sollte.

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(Bild: © dedMazay, © Steve Young, © AKS, fotolia , [M]-Sahlmüller)

Diesmal war ich im Rahmen eines 3rd Party-Audits als Co-Auditor mit einer ausländischen Kollegin unterwegs. In einer der ehemaligen Sowjet-Republiken sollten wir ein zweitägiges Audit bei einem Hersteller empfindlicher und hochaktiver Wirkstoffe durchführen.

Die zu auditierenden Betriebe und Einrichtungen waren über das gesamte Werksgelände verteilt. Das Fertigwarenlager befand sich an einem zweiten Standort am anderen Ende der Stadt. Daher beschlossen wir, uns dieses Lager im Anschluss an die Mittagspause des zweiten Tages, einem Freitag, anzusehen.

Dort angekommen betraten wir ein beeindruckendes, massives, altes, mehrgeschossiges Lagerhaus, das fast vollständig entvölkert war. Auch hier gilt wohl die Maxime ‚Freitags ab eins macht jeder seins‘. Lediglich eine Dame machte ein paar Päckchen versandfertig. Der Rundgang war wenig spektakulär. Aber das Objekt unserer Wissbegierde war ohnehin das Kühllager.

Wir waren zu viert: die Leiterin der Quality Unit öffnete die Tür, wir Auditoren folgten ihr und der Produktionsleiter am Ende unserer kleinen Kolonne zog sie hinter sich zu – von innen. Als die Dame an der Spitze das Schloss klacken hörte, schaute sie sich ungläubig und fassungslos um, bleich wie ein Kalkeimer und Augen groß wie Untertassen. TRAPPED! Die Tür war von innen nicht zu öffnen. Unsere Mobiltelefone fanden kein Netz.

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