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DOSSIER Analytica 2008 Die Analytica endet mit Bestwerten

| Autor / Redakteur: Marion Wiesmann, Olaf Spörkel, Marc Platthaus / Marion Wiesmann

Die 21. Ausgabe der internationalen Fachmesse hat die Erwartungen mehr als übertroffen und endet mit Bestwerten hinsichtlich Internationalität bei Ausstellern und Besuchern seit ihrem 40-jährigen Bestehen. Das LaborPraxis-Team war vor Ort und hat das Wichtigste für Sie zusammengefasst.

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Monika Lamprecht, Shield Scientific im Gespräch mit Marc Platthaus, Chefredakteur der LaborPraxis
Monika Lamprecht, Shield Scientific im Gespräch mit Marc Platthaus, Chefredakteur der LaborPraxis
( Bild: LaborPraxis )

München – Die internationale Leitmesse für instrumentelle Analytik, Labortechnik und Biotechnologie geht dem Ende zu. „Ein Aussteller mehr und wir hätten das zweitbeste Ergebnis aller bisherigen Veranstaltungen im Bezug auf die Ausstellerzahl erreicht“, kommentierte Hans-Joachim Heusler, Geschäftsführer der Messe München, bereits auf der Analytica-Pressekonferenz. Gegenüber der Analytica 2006 bedeutet dies einen Zuwachs von 21 Prozent. Doch auch die Besucherzahlen waren eindrucksvoll: 32 500 Besuchern aus 111 Ländern waren auf dem Messegelände unterwegs. Aussteller, Besucher und Projektleitung zeigten sich daher am letzten Messetag mehr als zufrieden: Die von dem unabhängigen Forschungsinstitut tns infratest erhobenen Daten zur Aussteller- und Besucherzufriedenheit erreichten ihren historischen Höchststand. Die Abschlussbilanz der Messe München fiel daher insgesamt sehr positiv aus. Das Team von LaborPraxis hat bei sich auf der Fachmesse umgesehen und die Highlights in diesem LaborPraxis Web-TV-Beitrag für Sie zusammengestellt und die Aussteller und Besucher befragt.

Der Branche geht es gut

Die gute Stimmung kommt aber nicht von ungefähr, sondern ist viel mehr der guten wirtschaftlichen Situation zu verdanken. Dass die Branche im Aufwärtstrend ist, das zeigte eine Präsentation des Deutschen Industrieverbands für optische, medizinische und mechatronische Technologien e.V. (Spectaris), der zur Analytica nicht nur erfreuliche Jahreszahlen vorlegte, sondern der Branche auch weiterhin steigende Umsätze prognostizierte.

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(Archiv: Vogel Business Media)

Sehen sie hierzu einen LaborPraxis Web-TV-Beitrag mit Statements von Dr. Gerhard Wobser, Geschäftsführer bei Lauda und Vorsitzender der Spectaris-Fachgruppe Analysen-, Bio- und Labortechnik, Prof. Josef Nassauer, Geschäftsführer Bayern Innovativ und Hans-Joachim Heusler, Geschäftsführer Messe München.

Das Messekonzept

Die Analytica besteht aus drei Elementen: Der Messe selbst, einer wissenschaftlich orientierten Konferenz – ausgerichtet von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) und der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) – sowie einem Know-how- und Networking-Programm. Dieses Konzept wurde 2008 um neue Angebote erweitert, die den Besuch der Messe für das Fachpublikum noch attraktiver machen sollen.

Premiere für den Analytica Forschungspreis

Von links nach rechts: Dr. Gerd Grenner, Roche Diagnostics, die Preisträger Dr. Gerhard Schratt und Professor Albert Sickmann sowie Prof. Dr. Helmut Meyer, Ruhr-Universität Bochum und Dr. Johannes Ritter, Roche Penzberg (Bild: LaborPraxis)

Erstmalig vergaben die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) und Roche den mit insgesamt 50 000 Euro dotierten Analytica Forschungspreis. Für ihre analytischen Arbeiten auf dem Gebiet der Neurobiologie und der funktionellen Proteinforschung werden die beiden deutschen Nachwuchswissenschaftler Dr. Gerhard Schratt (35) und Prof. Albert Sickmann (34) ausgezeichnet.

InnovationsArea

Ebenfalls neu: die InnovationsArea

Rund 50 Unternehmen und Forschungseinrichtungen präsentieren innerhalb der InnovationsArea in Halle B3 Exponate zur gesamten Bandbreite analytischer und biotechnologischer Verfahren. So z.B. Systeme zur Darstellung von Verderbnis- und Krankheitserregern in Lebensmittelproben. Auch Bioregionen wie die österreichische Life Science Austria oder der Biotechnologiepark Luckenwalde stellen sich hier vor. Auf einem vom Deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Gemeinschaftstand „made in Germany“ zeigen rund zwei Dutzend junge Unternehmen aus Deutschland ihre Innovationen.

Neu in diesem Jahr sind auch zwei Informationsforen für den Know-how-Transfer und den Fachdialog zwischen Entscheidern und Anwendern aus den Laboren, ein Fortbildungsangebot sowie ein eigener „Finance Day“, der Kapitalgeber mit innovativen Start-up-Firmen vernetzt. Diese neuen Formate ergänzen die traditionellen Elemente wie die wissenschaftlich orientierte Analytica-Conference oder den Job Day am letzten Messetag.

Forum „Innovations & Technology“: Moderne Routineanalytik für den Laboralltag

Das Forum „Innovations & Technology“ der diesjährigen analytica stellt Weiterentwicklungen in der klassischen instrumentellen Analytik wie Automatisierungskonzepte in der Labortechnik und Hochdurchsatz-Lösungen praxisnah und anhand konkreter Anwendungen vor.

„Forum „Business & Markets“: Neue Märkte für Labore

Was bedeutet REACH für einen Mittelständler oder wie entwickelt sich die weiße Biotechnologie weiter? Diesen Fragen geht das Forum „Business & Markets“ in der Halle B2 nach.

Analytica-Conference – von der Dopinganalytik bis zur Point-of-care-Diagnostik

(Archiv: Vogel Business Media)

Auch in diesem Jahr gehört die Analytica-Conference zu den Eckpfeilern der Messe. Das Spektrum der Vorträge international ausgewiesener Wissenschaftler, von denen fast jeder zweite aus dem europäischen Ausland und aus Kanada oder den USA kommt, reicht von instrumenteller chemischer und physikalisch-chemischer Analytik über die klinische und medizinische Diagnostik zu molekularbiologischen und biochemischen Methoden und Verfahren. Anwendungsnahe Themen werden ebenso diskutiert wie eher grundlagenorientierte Fragen.

Messehighlights

Das neue Photometer von GE Healthcare (Bild: GE)

Keine Küvetten mehr benötigt das neue Photometer von GE Healthcare, das sich auf der Analytica einer großen Nachfrage erfreut. Das Nanovue Spektrophotometer mit einem Wellenlängenbereich von 200 bis 1100 Nanometern eignet sich für die Messung von Nukleinsäuren sowie Proteinen und ist laut Dr. Andrea Löhndorf, European Marketing Manager Life Science von GE Healthcare, schnell und einfach zu bedienen. Das kompakte System (260 x 390 x 100 mm) passt auf jede Laborbench.

Greiner Bio-One stellte auf der Analytica 2008 neue Objektträgersysteme für Zellkultur und Mikroskopie vor (Bild: LaborPraxis)

Neue Objektträgersysteme für Zellkultur und Mikroskopie stellt Greiner Bio-One in München vor. Die Multiwellslides und Slideflask gehören zu einer Produktfamilie, die ab August 2008 beim Unternehmen erhältlich sein wird. Die Multiwellsysteme sind in erster Linie für den Einsatz in zellbasierten Experimenten sowie Fluoreszenz- und histologischen Färbungen ausgelegt. Wie es in der Pressemitteilung heißt, kann man Zellen durch den Polystyrolaufsatz direkt auf dem Objektträger aussäen und untersuchen. Die geringe Fläche pro Well soll das Reagenzienvolumen und die Kosten reduzieren. Die Multiwellslides mit lumox, Polyolefin- bzw. Glasoberfläche basieren auf Standardobjektträgern. Die Kammer der lumox- und Polyolefin-Variante lässt sich nach der Färbung vom Objektträger auch abnehmen.

Neue Technologien für die Forschung: Thermo Fisher Scientific stellt auf der Analytica eine ganze Reihe an neuen Produkten aus unterschiedlichen Bereichen der Laboranalytik vor. Neben Gerätelösungen für die Elementaranalyse und Molekülspektroskopie können sich die Messebesucher in München auch über neue Lösungen zur RNA-Interferenz und Massenspektrometrie informieren. Das Unternehmen plant, zukünftig noch stärker in Europa präsent zu sein, um den Kunden neue Möglichkeiten in der Wissenschaft zu erschließen.

Sabine Drecker, Marketing Manager, BioTek Instruments mit dem neuen Synergy 4 Reader (Bild: LaborPraxis)

Monochromator- und Filter-Reader in einem Gerät: BioTek Instruments präsentiert in München auf der Analytica ihren neuen Synergy 4 Multi-Detection Microplate Reader. Laut Hersteller vereint das System einen Monochromator- und Filter-Reader in einer kompakten Gerätelösung und ermöglicht so den schnellen Wechsel zwischen den Technologien, wenn sich Anforderungen und Testprofile ändern. Forscher sollen damit über eine nahezu unbegrenzte Flexibilität in der Wahl der optimalen Testmethode für die jeweilige Anwendung verfügen. „Die Messmethoden sind auch als Einzelmodule erhältlich, sodass mit einer Detektionsmethode gestartet und das Gerät bei sich änderndem Bedarf jederzeit nachgerüstet werden kann“, ergänzt Sabine Drecker, Marketing Manager bei BioTek.

(Archiv: Vogel Business Media)

Modulare Systeme für die thermische Analyse: Am ersten Messetag stellte Netzsch Gerätebau im Rahmen einer Pressekonferenz die neue STA 449 F1/F3 Jupiter und DSC 404 F1/F3 Pegasus Serie vor. Die neuen Geräte für die simultane thermische Analyse (STA) und dynamische Differenzkalorimetrie (DSC) sind modular aufgebaut und können mit steigenden Anforderungen mitwachsen. So stehen z.B. mehrere leicht zu wechselnde Öfen zur Verfügung, die Analysen in unterschiedlichen Temperaturbereichen von insgesamt -150 bis 2000°C ermöglichen. Neu ist auch das Wägesystem mit einer Auflösung von 25 ng bei einem Wägebereich von fünf Gramm.

Wie es auf der Veranstaltung hieß, eignen sich die Geräte für Anwendungen in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung und liefern z.B. quantitative Informationen zu thermischer Stabilität, Abbauverhalten, Zusammensetzung, Phasenübergängen, Schmelzverhalten, Kristallinitätsgrad und spezifischer Wärme.

Christoph Thumser, Sales Manager der Life Science Research Division von Leica Microsystems am neuen Leica TCS LSI System (Bild: LaborPraxis)

Erstes Super-Zoom Konfokalmikroskop: Leica Microsystems präsentiert auf der Analytica das erste Super-Zoom 3D-Konfokalsystem Leica TCS LSI. Das automatisierte Zoom des Systems soll einen dynamischen Vergrößerungswechsel vom Übersichtsbild bis zum Detail mit freier 3D-Navigation durch die Probe erlauben. Embryos lassen sich ebenso analysieren wie Zellen oder das Genom eines Organismus, sodass die Entwicklung von der Zelle bis zum ganzen Organismus in vivo mikroskopisch dokumentiert werden kann. Laut Hersteller reicht das Sehfeld bis zu 16 mm. weiter

Weitere sehenswerte Produkte:

  • Comprehensive Chromatography: Shimadzu hat mit GC x GC(qMS) Comprehensive Chromatographyeine eine neue Technologie zur kontinuierlichen zweidimensionalen Trennung hoch komplexer Proben eingeführt. weiter
  • Prozessanalytik: Malvern reagiert mit der Einführung des Insitec LPS auf die steigende Nachfrage und Bedeutung der Partikelgrößenanalyse in flüssigen Prozessströmen. weiter.
  • Pipettiersystem: Eppendorf stellt ein neues automatisches Pipettiersystem vor, das sich insbesondere für den Einsatz im Rahmen der Zellkultur eignet. weiter
  • Flammensterilisation und Medienvorbereitung: Die neue Generation des Fireboy von Integra Biosciences besitzt jetzt einen weiterentwickelten Übertemperaturschutz, Flammenwächter sowie Alarmanzeigefunktionen. weiter
  • Vakuumpumpstand: Vacuubrand hat einen neuen platzsparenden Chemie-Vakuumpumpstand eingeführt. weiter
  • GC/MS: Das neue Tool „Automated Tube Exchange“ (ATEX) des Gerstel Multi-Purpose-Samplers MPS erleichtert die Analyse matrixhaltiger flüssiger Proben auf flüchtige Inhaltsstoffe. weiter
  • Chromatographiesäule: Pall hat seine neuen PRC-Fertigsäulen zur Aufreinigung verschiedener Biomoleküle vorgestellt. weiter

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