Verdampfer Der Platten-Molekular-Verdampfer als neuer Destillationsweg

Redakteur: Sonja Beyer

Die Destillation von Stoffgemischen kann für den Anwender teuer werden – durch hohe Investitions- und Wartungskosten. Als günstige Destillationstechnik versteht sich ein neuer Platten-Molekular-Verdampfer.

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a) Prinzipskizze des Platten-Molekular-Verdampfers: 1 Gehäuse, 2 Einförderstutzen, 3 Vorverteiler, 4 Verteiler, 5 Verdampfer, 6 Kondensator, 7 Sammler, 8 Vakuumanschluss, 9 Destillataustrag, 10 Rückstandsaustrag, 12 Kühlmedium, 13 Heizmedium) b) Im Apparat wechseln sich beheizte und gekühlte Platten ab. (Bild: GIG Karasek)
a) Prinzipskizze des Platten-Molekular-Verdampfers: 1 Gehäuse, 2 Einförderstutzen, 3 Vorverteiler, 4 Verteiler, 5 Verdampfer, 6 Kondensator, 7 Sammler, 8 Vakuumanschluss, 9 Destillataustrag, 10 Rückstandsaustrag, 12 Kühlmedium, 13 Heizmedium) b) Im Apparat wechseln sich beheizte und gekühlte Platten ab. (Bild: GIG Karasek)

Die Destillation flüssiger Substanzen ist in vielen Industriezweigen an der Tagesordnung. Dabei sind Apparategrößen von 50 m² oder mehr bei herkömmlichen Kurzwegverdampfern normal. Weil diese jedoch über zwei Meter Durchmesser und zehn Meter Höhe besitzen, setzen sie fertigungstechnisch und wirtschaftlich Grenzen. Damit dem Anwender die Investitions- und Wartungskosten nicht über den Kopf wachsen, hat GIG Karasek einen speziellen Platten-Molekular-Verdampfer entwickelt und patentiert, der mehrere zehn Tonnen Stoffgemisch pro Stunde unter Fein- oder Hochvakuumbedingungen destillieren kann und sich damit für temperaturempfindliche Stoffgemische wie Öle, Fette, Pharmazeutika, Vitamine u a. eignen soll.

Das System besteht aus einem horizontalen zylindrischen Gehäuse mit abwechselnd beheizten und gekühlten Plattenpaare im Innern und kommt ohne drehende Teile aus. Durch die lamellenartige Anordnung der Plattenpaare entsteht auf kleinem Raum eine große Verdampfungs- und Kondensationsfläche. Das Produkt wird mithilfe eines Verteilersystem auf die Außenfläche der Verdampferplatten aufgegeben. Das Ziel dieser Technik ist es, den Anwendern kostengünstig neue Produktfelder zu erschließen. Mögliche Anwendungen sind z. B. die Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl zu gewinnen, Vitamine aus Ölen zu gewinnen, Emulgatoren aufzukonzentrieren oder Monomere aus Polymerschmelzen abzutrennen.

Im Frühjahr 2010 will das Unternehmen im Entwicklungszentrum für Eindampftechnologie und thermische Trenntechnik in Gloggnitz/Österreich eine Pilotanlage für Kundenapplikationen bieten.

* Der Autor ist Vertriebsleiter und Prokurist bei GIG Karasek.

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