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Currenta setzt auf Standort-Infrastruktur
Die Investitionen von Bayer Crop Science führen auch beim Standort-Betreiber Currenta zu umfangreichen Projekten, die bis 2017 abgeschlossen sein sollen. Der Umfang der Investitionen wird sich auf insgesamt rund 70 Millionen Euro belaufen. Dazu gehören etwa der Ausbau der Kälte- und Kühlwasserversorgung sowie eine Anpassung der Entsorgungslogistik. Detaillierte Informationen wird Currenta im Laufe des Jahres bekannt geben.
Für ein weiteres Großprojekt hatte Currenta bereits 2014 die Weichen gestellt: Das Unternehmen will die Dampfversorgung am Standort modernisieren und elf neue Kessel errichten. Diese sollen die Dampfversorgung für die Produktionsbetriebe immer dann übernehmen, wenn das von RWE im Chempark betriebene Gas-und-Dampf-Kraftwerk nicht läuft. Die notwendige Dampf-Besicherung wird zurzeit durch einen von RWE betriebenen Kessel übernommen, der 2017 nach rund 40 Jahren Betrieb stillgelegt und durch mehrere kleinere Kessel von Currenta ersetzt wird.
Inbetriebnahme der TDI-Anlage von Material Science
Unterdessen schloss Material Science mit der am 9. Dezember 2014 erfolgten symbolischen Inbetriebnahme der neuen Anlage zur Herstellung von Tolyulen-Diisocyanat (TDI) eines seiner größten Bauprojekte der letzten Jahre ab. TDI ist ein wichtiges Vorprodukt zur Herstellung von Polyurethan-Schaumstoff. Die Investitionen in die Großanlage beliefen sich auf rund 250 Millionen Euro.
Zusätzliche 100 Millionen Euro investierte Air Liquide in einen Steamreformer. Dieser produziert Wasserstoff und Kohlenmonoxid, das etwa in der TDI-Anlage verwendet wird. Die Anlage läuft seit Mitte Dezember 2014; die offizielle Einweihung erfolgt im April 2015. Bereits im Oktober 2014 feierte die finnische Firma Kemira nach knapp zwei Jahren Bauzeit die offizielle Inbetriebnahme seiner Produktion für Flockungsmittel, die bei der Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung eingesetzt werden. Ein zentrales Ausgangsprodukt ist dabei Salzsäure, die bei Material Science u.a. in der TDI-Produktion anfällt.
Nächster Schritt zur „Dream Production“
Unterdessen hat Material Science das nächste bedeutende Projekt vor Augen: Das Unternehmen will Kohlendioxid als neuen Rohstoff nutzen und dafür in Dormagen eine auf rund 15 Millionen Euro veranschlagte Produktionsstraße bauen. Hier soll mit Hilfe von Kohlendioxid eine neue Art von Polyolen hergestellt werden. Diese Chemikalien werden wiederum zur Herstellung von Polyurethan-Schaumstoff benötigt.
Dem im April 2014 eingereichten Genehmigungsantrag für den Bau der Anlage folgte im Januar 2015 der vorgesehene Erörterungstermin. Hierbei wurde erneut der Nutzen des Projekts erläutert: Durch CO2 kann Erdöl als herkömmlicher Rohstoff für die Kunststoffproduktion teilweise eingespart werden - ein Beitrag zu Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit. Die neue Produktionsstraße soll eine Kapazität von 6000 Jahrestonnen haben und 2016 in Betrieb gehen.
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