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Bauchemie
Die europäische Finanzkrise wirkt sich negativ auf die Produktionsentwicklung im Baugewerbe aus. Die Bauwirtschaft hat noch unter der anhaltenden Rezession zu leiden und die Rabobank erwartet für 2012 einen Umsatzrückgang. Laut dem "Economisch Instituut voor de Bouw" (EIB) wird sich die Produktion im Baugewerbe nicht vor 2014 wieder auf breiter Front erholen. Regierung, Verbraucher und Wirtschaft legen zunehmend Wert auf nachhaltiges und energieeffizientes Bauen. Dieser Bereich wird auch durch staatliche Konjunkturprogramme gefördert. Hier bieten sich Chancen für deutsche Bauunternehmen und Lieferanten.
Farben und Lacke
Auf dem niederländische Markt für Farben und Lacke gab es 2011 keine Anzeichen dafür, dass die Branche einen Weg aus der Talsohle gefunden hat. Laut der Vereniging van Verf- en Drukinktfabrikanten (VVVF) war der Absatz bei Farbprodukten leicht rückläufig. Über 54% des Absatzes erzielt die Branche Farben und Lacke im Bausektor und ist in großem Maße abhängig von dessen Entwicklung. Das Segment leidet auch unter der Verknappung von Rohstoffen. Die Industrie sucht nach Alternativen aus erneuerbaren Materialien zu den aktuell auf Öl basierenden Rohstoffen. Auch der Verbraucher gab weniger Geld aus und der Verkauf im Heimwerkerbereich war rückläufig. Im 1. Halbjahr 2012 fiel der Umsatz um fast 7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum, so die Einzelhandelsorganisation Hoofdbedrijfschap Retail (HBD).
Kunststoffindustrie
Die Kunststoffindustrie hat nach einer leichten Erholung 2010 wieder mit einer Rezession zu kämpfen, die 2011 einsetzte und im Jahr 2012 fortbesteht. Wichtige Abnehmerbranchen wie die Automobilindustrie, die Bauwirtschaft und die Unterhaltungselektronik haben schlechte Zukunftsaussichten und lassen einen Rückgang bei der Nachfrage nach Kunststofferzeugnissen erwarten. Der Umsatz der niederländische Kunststoffindustrie soll laut der Bank ABN AMRO 2012 um circa 1% zurückgehen.
Leistungsfähige und umweltfreundliche Kunststoffe liegen im Trend. Das schließt sowohl leichtere und belastbarere Lösungen für den Automobilsektor, energiesparende Isoliermaterialien für den Bau als auch biologisch abbaubare Verpackungen oder Bioplastik mit ein. Deutschen Anbietern von Grundchemikalien und leistungsfähigen Polymeren bieten sich hier gute Marktchancen.
Pharmabranche
Die niederländische Pharmabranche steht vor großen Herausforderungen. Seit dem 1.1.12 wurde der Apothekenmarkt geöffnet und die Preisbindung bei Arzneimitteln entfiel. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Pharmazeutika liegen in den Niederlanden unter denen der kontinentaleuropäischen Nachbarländer. Im Jahr 2010 waren es nach Angaben der Stichting Farmaceutische Kerngetallen (SFK) 347 Euro (Deutschland: 487 Euro, Belgien: 393 Euro, Frankreich: 556 Euro).
Der Arzneimittelkonsum wird unter anderem aufgrund der Alterung der Gesellschaft zukünftig weiter steigen. Die Ausgaben für Arzneimittel liegen derzeit bei etwa 4,9 Mrd. Euro pro Jahr. Der Anteil der Generika an den in Apotheken verkauften Medikamenten stieg 2011 laut Statistiken der SFK auf 63,3% und legt weiter zu. Im 1. Halbjahr 2012 erreichte er bereits 65,6%. Deutsche Branchenfirmen müssen sich in dem stark von Importen geprägten Markt auf einen intensiven Wettbewerb einstellen.
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