Kreislaufwirtschaft Bereit für die Kreislaufwirtschaft? Jetzt kommt der Recycling-Tüv

Redakteur: Dominik Stephan

Wenn bis 2030 alle Kunststoffverpackungen in der EU recyclingfähig werden sollen, braucht es gemeinsame Standards. Es braucht aber auch Organisationen, die mit diesen arbeiten und entsprechende Produkte zertifizieren.

Firma zum Thema

Gemeinsam mit der Reclay Group bietet der Tüv Süd einen neuen Service zur Prüfung und Zertifizierung der Recyclingfähigkeit
Gemeinsam mit der Reclay Group bietet der Tüv Süd einen neuen Service zur Prüfung und Zertifizierung der Recyclingfähigkeit
(Bild: Reclay Holding)

Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2030 alle in der EU in Verkehr gebrachten Kunststoffverpackungen wiederverwendet und recycelt werden. Hierfür setzt sie unter anderem auf die Schaffung von Qualitätsstandards für sekundäre Rohstoffe, die Förderung von Zertifizierungen, verbindliche Vorschriften für den Mindestgehalt an recycelten Inhalten in bestimmten Produkten oder Verfahren für die Reduktion von Einwegkunststoffen.

Doch was heißt eigentlich "recyclingfähig"? Hersteller und Abfüller können sich jetzt die Kreislauffähigkeit ihrer Kunststoffprodukte ganz offiziell bescheinigen lassen. So bietet der Tüv Süd zusammen mit Reclay einen neuen Standard „Recyclingfähigkeit von Verpackungen“.

„Die Bewertung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen inklusive aller Einzelkomponenten erfolgt in unserem neuen Standard unter Berücksichtigung regionaler Sammel- und Verwertungsstrukturen, der Sortierfähigkeit als Grundvoraussetzung für Recycling sowie dem Marktpotenzial von Sekundärrohstoffen, um Primärrohstoffe zu ersetzen. In Kombination mit einer exakten Materialprüfung erzielen wir damit ein Höchstmaß an Genauigkeit für die Zertifizierung“, berichtet Dr. Robert Hermann, Geschäftsbereichsleiter Umwelttechnik & Klimaschutz bei Tüv Süd in Österreich.

Zertifizierte Kreislauffähigkeit

Barbara Hettche, Senior Consultant bei der Reclay Gruppe, ergänzt: „Oft führen schon kleine Veränderungen zu wesentlichen Verbesserungen. Der Einsatz digitaler Technologie gewährleistet ein Maximum an Transparenz und ganzheitliche Bewertung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen. Wir können damit auch deutlich aufzeigen, an welchen Hebeln für etwaige Optimierungen angesetzt werden sollte. Damit entsteht schon während des Prüfungs- und Zertifizierungsprozesses Mehrwert für Unternehmen.“

Der Prüfungs- und Zertifizierungsprozess dauert, abhängig vom jeweiligen Produkt, zwischen einem und drei Monaten. Nach einem entsprechenden Antrag werden Materialmuster sowie Produkt- und Prozessdaten eingeholt. Auf Basis der Materialprüfung sowie der werkseigenen Produktionskontrolle erstellt das Expertenteam der Reclay Group einen digitalen Zwilling der Verpackung. Diese Dokumentation von Materialien, Gewichten und Abmessungen ermöglicht die Berücksichtigung aller relevanten Einflussfaktoren für die Bewertung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen. Auf Wunsch kann dieser Schritt zudem durch den Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik & Abfallwirtschaft der renommierten Montanuniversität Leoben wissenschaftlich begleitet werden.

(ID:47370585)