Newsticker März: Aktuelles aus der ProzessindustrieBASF-Chef: China-Investition lohne sich später als geplant +++ Angriffe auf Öl- und Gasanlagen +++ 30 Milliarden für grüne EU-Industrie
Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.
Ludwigshafen (dpa) *06:00 Uhr – BASF-Chef: China-Investition lohnt sich später als geplant
Wenige Tage vor der Eröffnung eines neuen Chemiewerks in China räumt BASF-Chef Markus Kamieth ein, dass sich diese Milliardeninvestition für den Konzern später als geplant lohnen wird. «Wir starten in einem überversorgten Markt, in dem die Preise und Margen auf einem historisch niedrigen Niveau liegen», sagte Kamieth der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Die Profitabilität wird in den ersten Jahren daher deutlich unter dem sein, was wir uns ursprünglich vorgestellt hatten.»
Grundsätzlich verteidigte Kamieth die Entscheidung für den Bau des neuen Werks. Daran änderten nicht einmal geopolitische Risiken wie die Gefahr eines Kriegs um Taiwan etwas. Die Volksrepublik China zählt Taiwan zu ihrem Staatsgebiet und will die seit Jahrzehnten unabhängig regierte Insel an sich binden - notfalls mit Gewalt.
«Wenn wir aufhören, in China zu investieren, ziehen wir uns aus der Hälfte des Weltmarkts zurück. Dieses Szenario ist für mich deutlich risikoreicher als eine Investition in China», sagte Kamieth.
Der neue Standort in Zhanjiang im Süden Chinas, der am kommenden Donnerstag eröffnet werden soll, hat nach Auskunft des weltgrößten Chemiekonzerns rund 8,7 Milliarden Euro gekostet. Es handelt sich um die größte einzelne Investition in der Geschichte des Dax-Unternehmens.
Gleichwohl investiert der Konzern Kamieth zufolge nirgendwo so viel Geld wie am Stammwerk in Ludwigshafen. Das bleibe auch in Zukunft so. Der neue Standort sei zudem nicht dazu da, jüngst stillgelegte Anlagen in Ludwigshafen zu ersetzen. «Wir verlagern nichts nach China», sagte Kamieth.
20.03.2026
Kuwait (dpa) *09:44 Uhr – Teile von Ölraffinerie in Kuwait nach Drohnenangriff abgeschaltet
In Kuwait sind nach Drohnenangriffen Teile einer Ölraffinerie abgeschaltet worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf die Kuwait Petroleum Corporation (KPC) berichtete, wurde die Ölraffinerie Mina al-Ahmadi am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) Ziel mehrerer Drohnenangriffe. Dabei sei in einigen Anlagen der Raffinerie Feuer ausgebrochen.
Ersten Informationen zufolge gibt es keine Verletzten oder Tote infolge der Angriffe. KPC erklärte demnach weiter, dass Feuerwehr und Rettungskräfte sofort mit den Löscharbeiten begannen und mehrere Anlagen der Raffinerie abgeschaltet wurden.
Die Raffinerie war erst am Donnerstag getroffen worden, dabei kam es nach KPC-Angaben zu einem begrenzten Brand. Die Anlage gehört zu den wichtigsten Ölraffinerien des Landes und auch der Golfregion.
Brüssel (dpa) *02:43 Uhr – Von der Leyen will 30 Milliarden für grüne EU-Industrie
Um die grüne Wende voranzutreiben, will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Industrie mit rund
30 Milliarden Euro aus den Einnahmen des Treibhausgas-Emissionshandels (ETS) unterstützen. Bei einem Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs schlug die deutsche Spitzenpolitikerin einen sogenannten ETS-Investitionsbooster vor, um Investitionen in saubere Technologie zu fördern.
Der Topf solle durch den Verkauf von ETS-Zertifikaten finanziert werden, sagte sie im Anschluss an das Treffen in Brüssel. Vor allem Mitgliedstaaten mit niedrigerem Einkommen sollen ihr zufolge einen Zugang zu dem Geld erhalten.
Im Streit um die Zukunft des Emissionshandelssystems gab es jedoch bei dem Gipfeltreffen keine greifbaren Ergebnisse. Länder wie Polen fordern weiterhin Lockerungen, Länder wie Spanien bestanden auch am Ende der Gespräche am späten Abend noch darauf, am derzeitigen Vorgehen festzuhalten. Deutschland hatte sich zuletzt für leichte Anpassungen ausgesprochen - etwa bei der Festlegung, wie viele kostenlose Zertifikate Industrieanlagen bekommen können.
Mit einer geplanten Überprüfung des Systems der EU-Kommission bis Ende Juli solle einhergehen, dass der CO2-Preis ein stabileres Preisniveau erreiche und so die Auswirkungen auf die Strompreise abgemildert werden, heißt es in einer gemeinsamen Abschlusserklärung der Staats- und Regierungschefs. Vor allem in Krisenzeiten schwankt der CO2-Preis, weil er zu großen Teilen von Angebot und Nachfrage bestimmt wird.
Stand: 08.12.2025
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Beim Emissionshandelssystem müssen bestimmte Unternehmen Zertifikate für den Ausstoß klimaschädlicher Gase erwerben. Teile der Industrie kritisieren das System unter anderem wegen dadurch steigender Produktionskosten, die den Wettbewerb mit Firmen außerhalb der EU erschwerten.
Generell sind die EU-Spitzen sich einig, dass es angesichts der steigenden Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs dringenden Handlungsbedarf gebe, die Kosten für Unternehmen und Verbraucher zu senken. Die Kommission solle unverzüglich gezielte Maßnahmen vorlegen, heißt es in der Erklärung. Als Stellschrauben zur Kostendrückung der Strompreise gelten neben den CO2-Kosten etwa mögliche Subventionen oder eine Preisdeckelung, das Anfassen von Steuern, Abgaben und Netzentgelten sowie die Nutzung staatlicher Beihilfen.
19.03.2026
Schkopau (dpa/sa) *13:00 Uhr – Startschuss für neues Kraftwerk in Schkopau gefallen
Für das geplante Gas- und Dampfturbinenkraftwerk im Chemiepark Schkopau (Saalekreis) ist eine erste Teilgenehmigung erteilt worden. Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt genehmigte zunächst den Bau und Betrieb eines Pförtnergebäudes, wie die Behörde mitteilte.
Die Genehmigung ist Teil eines mehrstufigen Verfahrens. Weitere Entscheidungen etwa für die eigentlichen Kraftwerksanlagen sollen erst nach detaillierter Planung folgen. Bereits im Januar war ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn zugelassen worden.
«Das Pförtnergebäude ist der Startpunkt für die gesamte Modernisierung», sagte der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye. Schritt für Schritt entstehe in Schkopau eine Anlage, die Versorgungssicherheit und Klimaschutz vereint.
Geplant ist der Bau eines modernen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks mit einer Leistung von rund 900 Megawatt. Die Anlage soll flexibel Strom erzeugen und auch zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.
Perspektivisch ist vorgesehen, das Kraftwerk mit Wasserstoff zu betreiben.
Das Kraftwerk Schkopau ist ein zentraler Energieversorger in Sachsen-Anhalt. Im Zuge des gesetzlich festgelegten Kohleausstiegs bis Ende 2034 soll der Standort umgebaut werden. Das neue Kraftwerk soll unter anderem die Versorgung des Chemieparks sichern.
London (dpa) *12:23 Uhr – Shell bestätigt Schäden an Gasaufbereitung durch iranischen Angriff
Beim iranischen Angriff auf Katar ist eine Anlage des Öl- und Gaskonzerns Shell getroffen worden. Die Gasaufbereitungsanlage «Pearl» wurde bei dem iranischen Angriff auf Ras Laffan am Mittwoch beschädigt, wie Shell mitteilte. Das auf der Anlage befindliche Personal befinde sich in Sicherheit und sei wohlauf.
Infolge des Angriffs brach nach Angaben von Shell ein Brand an dem Standort aus, der inzwischen gelöscht wurde. Die Anlage befinde sich in einem sicheren Zustand. Das Ausmaß des Schadens muss noch ermittelt werden. Einer Mitteilung von Qatar-Energy zufolge gab es erhebliche Schäden. Shell betreibt die Anlage zusammen mit dem staatlich-katarischen Konzern.
Gas-to-Liquid ist ein Verfahren zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe. Dabei wird Gas in hochwertige flüssige Produkte umgewandelt. Täglich werden dort bis zu 1,6 Milliarden Kubikfuß Erdgas umgewandelt in 140.000 Barrel Flüssigprodukte wie Diesel, Kerosin und Basisöle. Die Anlage ist Shell zufolge die größte weltweit. Die Produktion von Flüssiggas (LNG) an dem Standort hatte Shell bereits Anfang März heruntergefahren.
Der Iran hatte in den vergangenen Tagen die Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Region intensiviert. Sie werden als Vergeltung interpretiert, nachdem Israel zuvor das iranische Gasfeld South-Pars angegriffen hatte.
Amsterdam (dpa) *10:20 Uhr – Gaspreis steigt kräftig – Angriffe auf Gasfelder im Nahen Osten
Der Preis für europäisches Erdgas ist deutlich gestiegen. Die für den Weltmarkt bedeutenden Flüssiggasanlagen Katars sind bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden. An der Börse in Amsterdam legte die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat am Morgen um 24,5 Prozent auf 67,89 Euro je Megawattstunde (MWh) zu. In der Spitze stieg der Preis bis auf 71,68 Euro. Das war ein Plus von mehr als 30 Prozent.
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer Bombardierung des wichtigen Gasfelds «South Pars» gedroht. Eine solche Attacke des US-Militärs werde es geben, falls Iran weiter Katars Gasindustrie angreife, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Für diesen Fall drohte Trump mit einem Angriff «mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat». Zugleich betonte er, dass Israel dieses Gasfeld nicht erneut angreifen werde - solange der Iran Katar nicht weiter attackiere.
Die Sorgen vor Lieferengpässen werden immer stärker. Die erheblichen Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus am Persischen Golf beginnen sich vor allem auf Verbraucher in Asien auszuwirken, die auf Lieferungen aus der Golfregion besonders angewiesen sind und zuletzt auch auf dem europäischen Markt verstärkt Gas nachfragen. Jetzt kommen auch Angriffe auf Gasfelder hinzu. Dies könnte die Versorgung mit Erdgas auch längerfristig beeinträchtigen.
Der TTF-Preis hatte vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran bei lediglich bei 31 Euro gelegen. Er hat sich also seitdem mehr als verdoppelt.
Wegen des Preissprungs wird die Wiederbefüllung der deutschen Gasspeicher in diesem Jahr nach Einschätzung von Speicherbetreibern eine große Herausforderung. Nach Einschätzung der Initiative Energien Speichern (Ines) fehlen dem Markt derzeit jegliche ökonomischen Anreize zur Einspeicherung von Gas in die Speicher.
Riad (dpa) *10:07 Uhr – Drohne stürzt über Ölraffinerie in Saudi-Arabien ab
Über der saudischen Ölraffinerie Samref ist nach offiziellen Angaben eine Drohne abgestürzt. Der Schaden werde derzeit begutachtet, teilte das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien mit.
Der Iran hatte am Mittwoch nach israelischen Angriffen auf iranische Gasanlagen gedroht, als Vergeltungsmaßnahme Gasfelder und Raffinerien in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar anzugreifen. Unter den genannten Zielen war auch die Samref-Raffinerie. Sie ist eine der bedeutendsten im Land.
Am Morgen hatte das Verteidigungsministerium bereits erklärt, mehrere Drohnen unter anderem bei der Hauptstadt Riad und im östlichen Teil des Landes abgefangen zu haben. Auch eine ballistische Rakete, die auf den Hafen von Janbu - nahe der Raffinerie - abgefeuert worden sei, sei abgefangen und zerstört worden.
Hannover (dpa/lni) *07:45 Uhr – Energieminister will Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne
Im Kampf gegen hohe Energie- und Spritpreise muss aus Sicht von Niedersachsens Energieminister Christian Meyer gegen die Mineralölkonzerne vorgegangen werden. Diese würden «übermäßig abkassieren», was eine politische Antwort erfordere, sagte der Grünenpolitiker der «HAZ». «Wir sollten diese Übergewinne abschöpfen und das Geld an die Bürgerinnen und Bürger zurückgeben», forderte Meyer.
Der Minister schlägt vor, die Einnahmen aus einer solchen Übergewinnsteuer für eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer zu nutzen. «Diese Entlastung würde aus meiner Sicht alle Verbraucherinnen und Verbraucher erreichen - und zwar dauerhaft», sagte Meyer der Zeitung.
Die Bundesregierung will gegen die Preise für Benzin und Diesel ein Bündel von Maßnahmen in den Bundestag einbringen. Künftig sollen Tankstellen nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen. Außerdem soll das Bundeskartellamt einfacher gegen überhöhte Preise vorgehen können.
Doha (dpa) *5:37 Uhr – Katar: Große Schäden an Flüssiggasanlage nach Irans Angriff
Katars für den Weltmarkt bedeutende Flüssiggasanlagen sind bei einem iranischen Raketenangriff nach Angaben aus dem Golfstaat schwer beschädigt worden. Am frühen Morgen wurden im Industriegebiet Ras Laffan mehrere Flüssiggasanlagen angegriffen, was zu «bedeutenden Bränden und weiteren schweren Schäden» führte, wie der Betreiber Qatar Energy auf der Plattform X mitteilte.
Das Innenministerium erklärte wenig später, die Brände seien unter Kontrolle gebracht worden. Es gebe keine Verletzten. Eine Sprengstoffeinheit der Sicherheitskräfte sei vor Ort, um sich um mögliches Gefahrengut zu kümmern. Dem Verteidigungsministerium zufolge setzte der Iran bei dem Angriff ballistische Raketen ein.
Das Industriegebiet war bereits am Mittwochabend vom Iran mit Raketen angegriffen worden. Der Betreiber sprach daraufhin auf der Plattform X bereits von Bränden und großen Schäden.
Katar gehört zu den größten Gasproduzenten der Welt und spielt eine Schlüsselrolle bei der globalen Versorgung mit Flüssiggas, das vor allem in Ras Laffan verschifft wird. Katars Produktion und der Transport über die Straße von Hormus sind wegen des seit gut zweieinhalb Wochen andauernden Iran-Kriegs allerdings derzeit weitestgehend unterbrochen.
Berlin (dpa) *04:31 Uhr – Wirtschaftsrat der CDU spricht sich für Fracking aus
Der Wirtschaftsrat der CDU spricht sich für eine Gasförderung in Deutschland durch die umstrittene Fracking-Methode aus. Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates, sagte der Deutschen Presse-Agentur, heimische Potenziale bei allen Rohstoffen müssten wieder intensiv erschlossen werden. «Dazu zählt auch die Nutzung eigener Gasquellen, einschließlich unkonventioneller Fördermethoden wie Fracking.»
Steiger betonte, die Einhaltung von Umweltstandards müsse gewährleistet bleiben - zugleich gelte es, pragmatisch zu handeln.«Rohstoffe sind auch eine Voraussetzung für unsere industrielle und verteidigungspolitische Handlungsfähigkeit.» Ansonsten drohten wachsende Abhängigkeiten etwa von China. Die ausreichende Versorgung mit energetischen und mineralischen Rohstoffen sei für Deutschland eine «strategische Überlebensfrage».
Steiger äußerte sich vor einer Tagung des Wirtschaftsrates zur Energie und Umweltpolitik in Berlin, bei der unter anderem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erwartet wird. Auch Berater von Reiche hatten sich dafür ausgesprochen, die Möglichkeit, die geringe deutsche Gasförderung durch Fracking deutlich auszuweiten, ernsthaft zu prüfen.
Bei der Technik wird Erdgas aus unterirdischem Gestein gelöst. Sie ist in Deutschland aktuell verboten. Kritiker fürchten Verunreinigungen des Grundwassers durch Chemikalien. Grünen-Fraktionsvize Julia Verlinden kritisierte, der Vorschlag sei auch gefährlich, weil große Mengen Methan entweichen würden, was dem Klima weiter schade.
In einem Positionspapier des Wirtschaftsrates heißt es, heimische Vorkommen könnten den Bedarf bei einigen Rohstoffen vollständig decken oder wesentlich zur Deckung beitragen. «Allerdings gefährden verschärfte Wettbewerbsbedingungen - etwa durch hohe Energiekosten, übermäßige Bürokratie und komplexe Regulierungen - bestehende Wertschöpfungsketten im Hinblick auf Sand, Kies, Kalkstein, Gips sowie Aluminium, Chrom, Kupfer, Germanium, Lithium, Magnesium und weitere Metalle und Mineralien.» Gleichzeitig blieben weitere heimische Rohstoffpotenziale bislang unzureichend erschlossen.
Abu Dhabi (dpa) *04:09 Uhr – Abu Dhabi schließt Öl- und Gasanlage nach Angriff wegen Trümmerteilen
Die Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben eine Öl- und Gasanlage im Emirat Abu Dhabi nach einem Raketenangriff geschlossen. Herabstürzende Trümmerteile infolge eines Abwehreinsatzes der Luftabwehr hätten zu «Vorfällen» geführt, teilte die Regierung in Abu Dhabi mit.
Betroffen ist demnach die Gasanlage Habschan und ein Ölfeld namens Bab. Es gebe keine Verletzten. Die Behörden nannten zunächst keine weiteren Einzelheiten zur Art und Schwere der Schäden. Es blieb auch unklar, für wie lange die Anlagen geschlossen bleiben sollen.
In der Mitteilung des Kommunikationsbüros von Abu Dhabi auf der Plattform X wurde nicht genannt, wer für den Angriff verantwortlich war. Der Iran greift seit Beginn des amerikanisch-israelischen Kriegs vor gut zweieinhalb Wochen auch immer wieder Ziele in den Emiraten an.
18.03.2026
Bad Vilbel (dpa) *11:40 Uhr – Pharmakonzern Stada legt zu dank Spezialmedikamenten
Der Arzneihersteller Stada hat 2025 auch dank eines starken Wachstums bei Spezialmedikamenten deutlich zugelegt. Im vergangenen Jahr stieg der bereinigte Umsatz zu konstanten Wechselkursen um sechs Prozent auf 4,3 Milliarden Euro, wie der Konzern in Bad Vilbel mitteilte.
Dabei profitierte Stada von Spezialmedikamenten, darunter Biotech-Mittel und Arzneien in den Bereichen Knochengesundheit, Immunologie, Onkologie und Nierenerkrankungen. Der Umsatz in der Sparte überstieg die Schwelle von einer Milliarde Euro. Damit erntet Stada die Früchte seines Umbaus: War das Unternehmen einst vor allem für Nachahmerarzneien bekannt, hat es sich in den vergangenen Jahren auf eine breitere Basis gestellt.
Bei rezeptfreien Markenprodukten wuchs der Umsatz dagegen nur leicht wegen einer schwachen Erkältungssaison. Hier ist Stada stark vertreten etwa mit dem Mittel Grippostad. Besser lief das traditionelle Geschäft mit Nachahmermedikamenten, wo Stada etwa bei Herz-Kreislauf-Medikamenten zulegte.
Insgesamt stieg der um Sondereffekte und Wechselkursschwankungen bereinigte operative Gewinn (EBITDA) um acht Prozent auf 961 Millionen Euro. Angaben zum Nettogewinn gab es nicht.
Stada will nun sein Online-Geschäft ausbauen und hält sich auch Übernahmen offen. Man prüfe weltweit Akquisitionsziele, sagte Chef Peter Goldschmidt. «Gleichzeitig nutzen wir weiterhin Chancen, um unser Markenportfolio in den am schnellsten wachsenden Kategorien wie Dermatologie, Gesundheitsvorsorge und Wellness zu erweitern.»
Stada war schon in den vergangenen Jahren unter den Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven stark mit Übernahmen gewachsen. Im Herbst hatte der Arzneihersteller einen neuen Mehrheitseigentümer verkündet, die Londoner Investmentgesellschaft Capvest Partners.