Anlagenstillstand managen

Anlagenstillstände – Wie können Betreiber optimieren?

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So bekommen Sie die Kosten in den Griff

In der Folge schwerer Unfälle wie beispielsweise der Raffinerieexplosion in Texas City und der darauf folgenden Veröffentlichung des Baker Reports (2007) hat sich in den letzten fünf Jahren die Aufmerksamkeit gegenüber Prozessen und –Verfahren gemäß EHSQ (Environmental Health Safety and Quality) deutlich erhöht. Während Arbeitsschutz zwar selbstverständlich ist, werden die entsprechenden Verfahrensvorschriften jedoch oftmals komplexer und bürokratisch aufwendiger, wodurch die TAR-Kosten wiederum steigen.

Für das Management ist es daher alles andere als einfach, die Arbeiten sicher und im Kostenrahmen durchzuführen. Einige Unternehmen beabsichtigen demnach bürokratisches Sicherheitsdenken durch stärker kompetenzbasierte Modelle zu ersetzen. Im Interesse eines sicheren Produktionsumfelds haben einige vorausschauende Unternehmen die gesetzlich vorgeschriebenen Inspektionen ausgedehnt: Sie erzielen sichere Arbeitsbedingungen, indem sie Aufsichtsbehörden proaktiv einbinden, sowie akkurat geführte Daten und Dokumente nachweisen.

Auslagerung der Kompetenzen

Insbesondere Fremdfirmenmitarbeiter werden mit den EHSQ-Standards eingehend vertraut gemacht. Sie führen innovative Tests und Simulationen durch und gestalten ihre Managementprozesse von vorneherein transparent.

Die europäischen Hersteller petrochemischer Produkte können nur noch eingeschränkt auf lokale Ressourcen zugreifen und müssen zunehmend auf internationale Dienstleister ausweichen. „Das gegenwärtig von sieben Prozent der Dienstleister angewendete lokale Geschäftsmodell, wird es in fünf Jahren nicht mehr geben“, sagt Mateus Siwek, Studienleiter bei T.A. Cook. „Die Abstände zwischen TAR-Projekten verlängern sich und Kompetenzen werden weiterhin ausgelagert. Dadurch gehen lokale TAR-Qualifikationen verloren.“ Dieser Trend zeige, wie wichtig es sei, Kernkompetenzen an verschiedenen Standorten bereitzustellen.

Für Unternehmen ist es daher unumgänglich internes Wissen durch Mitarbeiter aufzubauen und aufrechtzuerhalten oder alternativ professionelle TAR-Managementunternehmen zu engagieren, die im Interesse ihrer Auftraggeber handeln. Angesichts der hierbei anfallenden Kosten lohnt es sich Mitarbeiter zu fördern, die als Wissensträger bereit sind, an unterschiedlichen Standorten eingesetzt zu werden.

Was bringen Fremdfirmen?

In Europa haben viele Unternehmen Personal abgebaut und Arbeitsprozesse ausgelagert, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Früher verfügbare Einkaufs-, Management- und Koordinationsfachleute stehen somit nicht in jedem Fall bereit. Obwohl sich technische Dienstleister zunehmend mit einem full-serviceorientierten Ansatz auf Großunternehmen konzentrieren, deuten die Trends darauf hin, dass TAR-Projekte reibungslos verlaufen, wenn diese von Unternehmen selbst geplant und vorbereitet sowie anschließend von ihren eigenen Mitarbeitern durchgeführt werden.

Die Kosten geraten außer Kontrolle sobald ein Unternehmen eine Fremdfirma über den Arbeitsumfang entscheiden lässt und weder klare Anweisungen noch Richtlinien zum Umgang mit Mehr- und Zusatzarbeiten an die Hand gibt. „Es bringt einen strategischen Wettbewerbsvorteil, die Fremdfirmen frühzeitig zu beauftragen, sogar noch bevor der TAR-Arbeitsumfang festgelegt wird. Grund hierfür ist schlicht und einfach, dass es auch zu einem Engpass qualifizierter Fremdfirmen kommen kann, wenn mehrere große Projekte gleichzeitig umgesetzt werden“, sagt Müller. Die TAR-Manager sollten Arbeitsumfänge dabei möglichst detailliert beschreiben, um die Angebote der Fremdfirmen anschließend auch vergleichen zu können.

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