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Solche Berechnungen führen Behrendt zum eigentlichen Ziel der Studien, nämlich geschäftliches Potenzial für die Mitgliedfirmen des ZVEI zu ermitteln. Und so zieht er den Schluss, dass im Wasser/Abwasser-Bereich insgesamt ein sehr hoher künftiger Bedarf an Autmatisierungstechnik zu erwarten ist. Monitoring, Wartung und Anlagensteuerung (dynamische Regelbarkeit ist ein wichtiger Aspekt) bieten für viele Unternehmen eine Chance. Ebenso die Verbesserung von Analytik (Gefahr von Wiederverkeimung) und Verbesserung der Energieeffizienz bieten direkte Chancen für Automatisierer.
Energie innerhalb der Wasserwirtschaft
Vielfach unterschätzer Aspekt in der Wasserwirtschaft ist der Energieverbrauch. „Dieses Thema wird sich zum zentralen Innovationsfeld entwickeln, da die Anlagen heute einen sehr hohen Energiebedarf haben.“, erklärt Behrendt. Mit einem Energiebedarf von 3,4 Terrawattstunden pro Jahr sei dies der energieintesivste kommunale Energieverbraucher, noch weit vor Schulen oder Straßenbeleuchtung.
Ziel bzw. Vision ist die energieautarke Kläranlage. Dass dieses Ziel erreicht werden kann, zeigt das Beispiel der Stadt Balingen, in deren Kläranlage nur noch 8 Prozent an externer Energie bezogen werden muss. Biogas, Solar, und Wasserkraft liefern hier den Rest.
Die Aufgabe und Chance für Automatisierungstechnik lautet hier, die Ausbeuten bei der Produktion von Biogas zu erhöhen. Messpunkte, die bislang nicht im Vordergrund standen, wie Enzymaktivitäten oder H2-Partialdruck werden eingesetzt werden müssen, um die gesetzten Ziele zu erreichen.
Ein weiteres großes Thema ist die Wärmerückgewinnung aus Abwasser. In diesem Betätigungsfeld spricht die Studie ebenfalls von einem großen Potenzial: 5 - 10 Prozent der Haushalte in Deutschland könnten mit Heizwärme aus Abwasser versorgt werden - ein Marktpotenzial von etwa 10 Milliarden EUR in Deutshcland.
Die Teilnehmer der Workshops wurden gebeten, ihre Einschätzungen für die Bedeutung der einzelnen Techniken für die Automatisieung anzugeben:
- Analytik (wichtig)
- Intergale Abflusssteuerung
- Zustands-, Leckagemessung
- Minimalinvasive Reparatur
- Energie aus Abwasser
- Bedarfsgerechte Reiniung
- Messung von Leitparameter
- Geruchsmessungen
- Spurenanalytik (unwichtig)
Integrierter Betrieb
MSR-Technik soll künftige einen integrierten Betrieb ermöglichen also eine einheitliche Betrachtung von Kanalnetz, Kläranlage Gewässer und Niederschlägen. Kosteneinsparungen von 20 Prozent lassen sich durch eine bessere Auslastung und Verbesserung des Gewässerschutzes sowie der Nutzung der Systemreserven erzielen, so Behrendt. Diese integrierte Regelung sei jedoch recht komplex, sodass erstes Ziel sein müsse, diese Techniken nutzbar und beherrschbar für die Anwender zu gestalten.
(Auf der nächsten Seite lesen Sie mehr zu Schadstoffen und Rohstoffen im Abwasser.)
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