DIN EN 15051 in der Praxis

Wie staubig ist mein Schüttgut?

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Wie lässt sich Staub mindern – Beispiele aus der Prüfpraxis

Eine typische Fragestellung betraf den Vergleich alternativer Produkte, die auf verschiedene Weisen behandelt wurden, um die Staubigkeit zu reduzieren. Hier lassen sich die erzielten Effekte, aber auch die Grenzen – etwa der Zugabe von Wasser zur Staubbekämpfung – zuverlässig ermitteln. Als ein Beispiel für eine effektive Staubminderung können neu entwickelte staubarme Bauprodukte (Fliesenkleber, Spachtelmassen, Fugenfüller) gelten. Im Jahr 2009 wurden vom IGF Untersuchungen an 43 Bauprodukten von zehn verschiedenen Herstellern durchgeführt, bei denen Staubreduzierungen bis 90 Prozent nachgewiesen werden konnten. Die Kennzahlen ermöglichen u.a. den Herstellern eine Einstufung und Kennzeichnung staubarmer Produkte gegenüber konventionellen Produkten.

Die im selben Jahr untersuchten 39 verschiedenen Werktrockenmörtel von neun Herstellern zeigen im Vergleich zu den bauchemischen Produkten höhere Staubungszahlen, die jedoch abhängig vom Einsatzweck (Putz-, Armierungs-, Mauer- oder Estrichmörtel) variieren und die wegen der jeweils gewünschten technologischen Eigenschaften nicht ohne weiteres staubmindernd modifiziert werden können. Das Beispiel zeigt aber, dass es sehr sinnvoll sein kann, für unterschiedliche Produktgruppen eigene Klassifikationsklassen festzulegen.

Neben reinen Kennzahlen lieferte das Verfahren auch manche überraschende Erkenntnis: Beispielsweise konnte nachgewiesen werden, dass der Gehalt an lungengängigen Partikeln in einer Materialprobe allein keine Prognose über die A-Staubentwicklung in der Luft am Arbeitsplatz zulässt. So zeigten bestimmte Quarzmehle, die zu fast 100 Prozent aus lungengängigen Partikeln unter 7,5 µm bestehen, ein ähnliches Staubungsverhalten wie Quarzsand, der ausschließlich aus gröberen Partikeln bestand.[4]

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