Schüttgut-Anlagen

Wie Sie nicht fließende Schüttgüter aus Silos abziehen

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Herausforderung angenommen

Zur Brennstoffauswahl wurden die Vor- und Nachteile jeweiliger Brennstoffe abgewogen. Hackschnitzel aus Holz sind reichlich verfügbar, jedoch liegt diesem Energieträger ein lange Trocknungs- und Lagerzeit zu Grunde. Pellets sind relativ einfach handhabbar jedoch für Großheizanlagen zu teuer. Auch die Verwendung von Energiekorn ist nur zu Überschusszeiten günstig und sinnvoll.

Ferner ist für die Trocknung von Hackschnitzeln und die Herstellung von Pellets Energie notwendig. Daher sprach viel für die Verwendung von Miscanthus, auch Chinaschilf oder Elefantengras genannt, da dies direkt nach der Ernte verwendet werden kann. Allerdings bringt Miscanthus einige schüttguttechnologische Herausforderungen mit sich, u.a. das geringe Schüttgewicht von nur 140 kg/m³. Dies führt zu höheren Lager- und Transportkosten verursacht durch das größere Volumen.

Die schüttgutechnologische Herausforderung nahm Geroldinger gerne an. Getreu nach dem Motto „Fließt nicht – gibt's nicht“. Und siehe da: Die erste Herausforderung, die hohe Staubbelastung beim Einlagern des Brennmaterials, konnte mit einer speziell dafür ausgelegten Silozubringung mit integrierter Entstaubung minimiert werden.

Erste Fließversuche mit Miscanthus wurden als Stückgut, bedingt durch das Schnittwerkzeug beim Häckseln, durchgeführt. Basierend auf diesen Laborergebnissen wurde die Silo- und Heizanlage des Werkes dimensioniert. Der Jahreswärmebedarf von 1500 Volllast-Stunden bei 150 KW beinhaltet die Raumheizung aller Betriebsgebäude sowie die Spitzenlasten verursacht durch die Lackieranlage. Die Heizanlage besteht aus einem Standard-Industriebrennkessel, der für das Brennmaterial Miscanthus ausgelegt wurde, und einem 25 000 Liter Warmwasserspeicher der die Spitzenwärmelast bereitstellt. Den Abzug des Brennmaterials übernehmen vier Schnecken mit einem Durchmesser von 500 Millimeter. Das Becherwerk zur Silobefüllung mit einer Förderleistung von 150 m³/h, sorgt für eine möglichst geringe Entladezeit seitens der Brennstofflieferanten. Das Brennmaterial wird in kurzer Zeit auf einer Höhe von 36 Meter in das Betonsilo geführt.

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