Bedienschnittstelle

Wie eine höhere Bedienereffizienz des Automatisierungssystems erreicht werden kann

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Ausmachen der wichtigsten Konzepte und der Indikationen, die aus jeder Benutzerstudie hervorgehen, sowie die Analyse des Zusammenhangs zwischen diesen Informationen und der Verbesserung der Bedienereffizienz.

Eine weitere effiziente Möglichkeit zur Verstärkung des Fokus auf den Benutzer ist die Einrichtung einer Kundenreferenzgruppe, die Kunden aus unterschiedlichen Bereichen umfasst. Eine solche Referenzgruppe verfolgt drei Ziele:

  • Die Versorgung von Kunden mit Informationen aus erster Hand über laufende und geplante Entwicklungsprojekte.
  • Die Möglichkeit der aktiven Einflussnahme von Kunden auf die Entwicklung der Bedienoberfläche eines Systems durch den Anbieter.
  • Die Einrichtung eines Forums zum Austauschen und Testen von Ideen in Bezug auf Benutzeranforderungen, Trends und künftige Anstrengungen zur Steigerung von Produktivität und Gewinn der Kunden.

Ausblick in die Zukunft

Die kontinuierliche Weiterentwicklung im Softwarebereich in Bezug auf Benutzerfreundlichkeit und Interaktion bringt auch mit sich, dass die bestehenden Bedienerschnittstellen Fortschritte machen müssen. ABB verfügt zu diesem Zweck beispielsweise über ein gut ausgestattetes Labor zur Untersuchung von Benutzerfreundlichkeit und Interaktion. Die Forscher überprüfen künftige Entwicklungen, analysieren die Auswirkungen neuer Technologien und ergründen die effiziente Nutzung und die vernünftige Kombination bestehender und neuer Technologien. ABB hat gerade erst einen neuen Forschungsbereich eingerichtet, der sich mit der Bedienereffizienz befasst. Dabei sollen unter anderem neue Technologien auf dem Markt und ihre Anwendung in Industriebereichen erforscht werden, beispielsweise hinsichtlich der Interaktion, Visualisierung und Designtechniken.

Der Ansatz der Zentralisierung der Arbeitsprozesse und Aufgaben eines Bedieners zur Entwicklung einer effizienten Bedienschnittstelle sorgt für innovative Ideen. Es ist allgemein bekannt, dass Prozessbetrieb immer mit Teamwork verbunden ist. Verschiedene Schichten müssen miteinander kommunizieren und kooperieren. Dementsprechend besteht eine innovative Idee zur Unterstützung der Bediener bei ihren Tätigkeiten in der Einrichtung eines sogenannten „Collaboration board“, durch das Bediener auf einer Prozessanzeige Nachrichten in Echtzeit hinterlassen oder ein ausklappbares Whiteboard für die Skizzierung zu erörternder Themen nutzen können. Eine solche Funktion zur Zusammenarbeit kann von verschiedenen Bereichen genutzt werden, z. B. dem Anlagenmanagement, dem Systemmanagement, Führungskräften, aber auch von Wartungspersonal und Bedienern.

Die Bedienereffizienz verliert nie an Aktualität oder Bedeutung. Neben der Verbesserung der Effizienz heutiger Bediener ist es darum auch wichtig, künftige Generationen zu berücksichtigen. Verschiedene Kunden haben ABB mitgeteilt, dass sich mit dem Generationswechsel in der Belegschaft auch die Erwartungen der Bediener ändern. Viele Bediener, die heute eingestellt werden, sind mit Computern aufgewachsen und gehören den sogenannten „Digital Natives“ an. Für diese neuen Generationen stellt visuelles Lernen eine ideale Methode dar, um zu vermitteln, wie eine Anlage sich verhält. Studien über die Bedienarbeitsweise dieser Generation haben ergeben, dass sie viel mehr Fenster nutzen als ältere Bediener. Sie wünschen sich auch öfter eine an ihre Anforderungen angepasste Anzeige.

Jüngere Bediener visualisieren das Anlagenverhalten eher grafisch, während ältere Bediener versuchen, die Anlage anhand ihrer Abläufe zu verstehen. Systementwickler sollten künftige Technologien und Designkonzepte aktiv beobachten und umsetzen, um jüngere Generationen anzusprechen, deren Bedienkompetenzen sich von den bisher gängigen unterscheiden.

Das Geheimnis der Bedienereffizienz

Die Bedienereffizienz ist ein Gebiet, das viele Herausforderungen in sich birgt. Jedes Unternehmen, das sich in diesem Bereich hervortun möchte, muss eine führende Rolle bei der Einrichtung der Pfeiler der Bedienereffizienz übernehmen, indem es

1. eine Automatisierungsplattform einrichtet, die nativ das erforderliche Maß an Integration und Zentralisierung bietet und fördert, das zur Unterstützung einer Umgebung für Zusammenarbeit unerlässlich ist;

2. Unterstützung bietet, um den Normen und Designkonzepten in Bezug auf das Situationsbewusstsein und den Umgang mit anormalen Bedingungen gerecht zu werden, und ein Automatisierungssystem nutzt, das flexibel genug ist, um kundenspezifische Anforderungen zu erfüllen;

3. menschliche Faktoren und Best Practices integriert, um eine optimale Bedienereffizienz zu erzielen;

4. nicht nur Schulungen für Bediener organisiert, sondern auch eine Umgebung schafft, die von den wertvollsten Assets und dem vorhandenen geistigen Eigentum Gebrauch macht, um das Vertrauen und die Kompetenzen der Bediener auszubauen.

Ein Prozessfertiger, der die Bedienereffizienz steigern möchte, sollte eine begünstigende Umgebung schaffen, sich ständig um benutzerzentriertes Design bemühen und künftige Technologien und deren Einsatz im Bereich Bedienereffizienz prüfen. So kann die Fehlerquote gesenkt werden: Das technologische Fachwissen des Bedieners wird besser genutzt, relevante Daten können in jeder Betriebssituation abgerufen werden und die Bediener werden bei der Entscheidungsfindung unterstützt. Auf diese Weise wird nachhaltig ein wirtschaftlicher Nutzen erzielt.

ABB konnte große Erfolge bei der Betriebsoptimierung verzeichnen; ausschlaggebend waren dabei der Fokus auf den Bedienern und die Entwicklung von Prozessleitschnittstellen, die den Bediener in allen Betriebsmodi bei der Entscheidungsfindung unterstützen. ABB engagiert sich, um weiterhin durch Forschung und Entwicklung Spitzenreiter auf diesem Gebiet zu bleiben und seinen Kunden zu herausragenden Leistungen im Betriebsbereich zu verhelfen.

* Der Autor ist Leiter Industry Solution Team bei ABB Automation.

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