Bedienschnittstelle

Wie eine höhere Bedienereffizienz des Automatisierungssystems erreicht werden kann

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ist der Umgang mit anormalen Situationen. Unter anormalen Situationen sind Störungen oder Vorfälle zu verstehen, die das Leitsystem nicht alleine bewältigen kann und die daher den Eingriff des Bedieners erfordern. Bei der Umsetzung eines Leitsystemprojekts ist es entscheidend, die Arbeitsplatzgestaltung an die Arbeitsweise des Bedieners, also des Endbenutzers, anzupassen. Außerdem sollte die Einführung leistungsfähiger Alarmmanagementstrategien unterstützt werden, die über Funktionen wie Alarm-Shelving (bedienergesteuerte Alarmunterdrückung) und Alarm-Hiding (zustandsbasierte Alarmunterdrückung) verfügen. Durch diese Funktionen wird die Anzahl von Fehlalarmen und unkritischen Alarmen gesenkt; so können die Endbenutzer die aktuellen Leitlinien und Normen, z. B. EEMUA 191 und ISA SP18.02, leichter einhalten oder sogar noch strengeren Anforderungen gerecht werden.

Ian Nimmo, Experte für den Umgang mit anormalen Situationen und Autor des Handbuchs „High Performance HMI Handbook“, ist der Auffassung, dass das Situationsbewusstsein einen entscheidenden Faktor des Hochleistungs-Designs von Bedienschnittstellen darstellt. Er erklärt: „Ein ausgeprägtes Situationsbewusstsein bedeutet, dass der Bediener die aktuellen Prozess- und Ausrüstungsbedingungen genau wahrnimmt und die Bedeutung der verschiedenen Trends in Bezug auf die Anlage unmissverständlich deuten kann.“

Das Situationsbewusstsein baut auf verschiedenen Konzepten auf, unter anderem auf der Definition und dem Einsatz von Farben, durch die anormale Situationen bestmöglich sichtbar gemacht werden können. Dieses Konzept ist nicht neu. Es ist jedoch immer noch Gegenstand von Diskussionen zwischen mehreren Organisationen. Einer der strittigen Aspekte ist die Verwendung von Prozessgrafikschemata in Graustufen oder „kalten“ Farben. Darüber hinaus werden Navigationsmethoden, grafische Definitionen für eine schnelle Reaktion unter anormalen Bedingungen und bestimmte Arten der Informationsdarstellung eingesetzt, um anormale Situationen möglichst umfassend zu prognostizieren und vermeiden zu können.

High Performance HMI Handbook

Im bereits erwähnten „High Performance HMI Handbook“ wird ein gutes Beispiel für Situationsbewusstsein beschrieben: Es werden zwei Grafiken verglichen, die dieselbe Information vermitteln sollen, sich aber vollkommen unterschiedlich auf das Situationsbewusstsein auswirken. Die Grafik mit schwarzem Hintergrund und einer Vielzahl an Farben führt bereits in normalen Situationen zu einem niedrigen Situationsbewusstsein, während die Grafik in Graustufen mit einer auffälligen Farbe, die Alarme symbolisiert, zu einem hohen Situationsbewusstsein führt. Situationsbewusstsein kann weitreichende Auswirkungen haben:

  • Es kann die Erfolgsquote in Bezug auf den Umgang mit anormalen Situationen und die Rückkehr zu einem normalen Betriebsmodus erhöhen.
  • Es kann dazu beitragen, dass Anlagenbediener die erforderlichen Aufgaben in einer anormalen Situation schneller durchführen.
  • Es kann dazu führen, dass die Bediener in der Warte anormale Situationen häufiger bereits dann entdecken, wenn noch kein Alarm ausgelöst wurde.

Berücksichtigung der menschlichen Faktoren

Systementwickler müssen menschliche Faktoren besonders berücksichtigen. Dies liegt insbesondere daran, dass ein qualifizierter Entwickler weiß, dass eine bessere Arbeitsumgebung zu einem niedrigeren Stressniveau des Bedieners führen kann, was wiederum die Zuverlässigkeit und Effizienz des Bedieners im Umgang mit anormalen Situationen erheblich erhöht. Außerdem werden so gesundheitliche Probleme und die Fluktuation von Personal reduziert.

Ein effizienter Bedienerarbeitsplatz ist mit...

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