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Visualisierung und Bedienung

Visualisierung: Neue Bedientechnologien verändern das Arbeiten in der Leitwarte

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Größtes Hindernis: Fehlende Ex-Zulassung

Über Tablet-PCs lassen sich von unterwegs detaillierte Informationen zu Anlagendaten erhalten, der Bediener kann sich zuschalten und eine nähere Analyse durchführen. „Die Problemlösung wird sich dadurch beschleunigen“, ist Dittrich überzeugt. Zwar könne die Anlage auch remote manipuliert werden, kritische Entscheidungen werden aber seiner Meinung nach weiterhin in Anlagennähe fallen.

Auch B&R setzt solche Komponenten seit einigen Jahren am Markt ein, und man ist überzeugt, dass die Anlagenfahrer dies vermehrt nutzen werden, um damit komfortabel Eingriffe vor Ort durchzuführen. Die gute alte Leitwarte wird nach Meinung von Reichinger trotzdem erhalten bleiben. Für ihn geht die Entwicklung eher in die andere Richtung. „Der Einsatz von Prozessleitsystemen in Branchen, die heute noch verschlossen sind, wird mit solchen Technologien kräftig forciert werden.“

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Neben der Wartung werden solche Systeme bereits in der Logistik eingesetzt. Restriktionen sieht man bei R. Stahl vor allem im Ex-Bereich und bei den derzeit angebotenen Displaygrößen. Friedrich vermisst zudem handhabbare Bediener-Schnittstellen für solche Automatisierungssysteme, die heute über einen großen Full-HD-Bildschirm bedient werden.

Die fehlende Ex-Zulassung ist nach Aussage der Namur eines der Haupthindernisse für den breiteren Einsatz. Darüber hinaus gibt es aber noch weitere, wie Probleme bei der Anbindung (mangelnde flächendeckende Ausleuchtung per WLAN), die Akku-Laufzeit versus Gewicht und die meist doppelte Erstellung von Grafiken für herkömmliche Bedienstationen und Tablets.

Eine 1:1-Übernahme der Bedienphilosophien von Smartphones und Pads in die Prozessindustrie sieht man auch bei Pepperl+Fuchs nicht, allerdings werden Technologien und Denkansätze ihren Weg in das Bedienen und Beobachten der Prozessindustrie finden. „Nur die genaue Kenntnis der Forderungen und Wünsche der Kunden erlaubt die erfolgreiche Komposition der Technologien zu einem guten und geeigneten Gerät“, sieht Rausenberger als den folgerichtigen Weg. Ob sich ein stärkerer Trend weg von stationären und hin zu mobilen Geräten in der Prozessindustrie entwickeln wird, bleibt seiner Meinung nach abzuwarten.

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