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ACHEMA 2015 – Trendbericht Anlagenbau

Trend zu Groß- und Megaprojekten beim Anlagenbau hält an

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Chinesische Anbieter auf dem Vormarsch

Vor allem in den Jahren 2008 bis 2014 haben deutsche Anlagenbauunternehmen deshalb zahlreiche Großprojekte im Mittleren Osten an Wettbewerber aus Südkorea und China verloren. Inzwischen gehen im Mittleren Osten rund zwei Drittel aller EPC-Projekte an Kontraktoren aus Südkorea. Im oben erwähnten Sadara-Projekt baut beispielsweise Daelim für umgerechnet 725 Millionen Euro den Naphta/Ethan-Cracker. Die Wettbewerber aus Südostasien zeichneten sich dabei in der Vergangenheit durch eine große Risikobereitschaft und extrem aggressive Preise aus.

Zu aggressiv, wie sich in den aktuellen Geschäftsberichten nun zeigte: Bei Daelim brach 2013 das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr um mehr als 90 % ein. Samsung Engineering musste sogar einen Verlust in Höhe von über 220 Millionen Euro verbuchen. Der EPC-Anbieter soll auch deshalb zum 1. Dezember 2014 mit der Schiffbausparte Heavy Industries verschmolzen werden.

„Wir verzeichnen eine sinkende Preisaggressivität sowie eine geringere Risikobereitschaft bei Wettbewerbern aus Südkorea“, berichtet Helmut Knauthe, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im VDMA. Doch obwohl die jüngsten Entwicklungen die Risikofreude südkoreanischer Anlagenbauer gebremst hat, bleibt der Druck im globalen EPC-Geschäft hoch. Dafür sorgen nicht zuletzt chinesische Anbieter, die im Mittleren Osten nun verstärkt und immer häufiger auch erfolgreich um Projekte kämpfen. Zusätzlich zu den Elementen Risikobereitschaft und Preisaggressivität kombinieren diese ihr Angebot mit attraktiven Finanzierungskonzepten.

Gewinnbringende Modularisierung beim Engineering

Ein Aspekt, bei dem Anlagenbau-Anbieter aus den westlichen Industrienationen nicht mit-halten können. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, denken diese intensiv über Methoden zur Steigerung ihrer Produktivität nach. Ein Weg dazu ist die konsequente Standardisierung von Prozessen und (Anlagenbau-) Produkten. Nach einer Studie des VDMA und des Beratungsunternehmens Maexpartners lassen sich durch eine konsequente Modularisierung beim Engineering von Anlagen im Durchschnitt Einsparungen von 15 % erzielen.

Die Fehlleistungs- und Gewährleistungskosten können sogar um 23 % reduziert werden. Beim deutsch-koreanischen Energieanlagenbau-Unternehmen Doosan-Lentjes hat man damit bereits gute Erfahrungen gesammelt: Mit einem „Reference Product Model“ genannten Ansatz ist es dem Unternehmen gelungen, die eigenen Abwicklungskosten um bis zu 30 % zu senken.

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