Maschinen- und Anlagenbau Studie zur Restrukturierung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau
Sofortmaßnahmen haben 2009 zu Kostensenkung und Liquiditätssicherung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau geführt. Um die Krise jedoch nachhaltig zu überwinden, müssen nun weitere Strukturanpassungen oder Investitionen in neue Wachstumsfelder folgen. Lesen Sie hier, welche Maßnahmen eine Restrukturierungsstudie als unverzichtbar identifiziert hat.
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München – Nach dem drastischen Produktionseinbruch 2009 um etwa 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr hat der deutsche Maschinen- und Anlagenbau zuletzt Erholungstendenzen gezeigt. Doch der Markt wird voraussichtlich in den nächsten Jahren deutlich unter dem hohen Niveau von 2008 bleiben. Den Sofortmaßnahmen zur Kostensenkung und Liquiditätssteigerung müssen nun je nach Unternehmenssituation weitere Strukturanpassungen oder Investitionen in neue Wachstumsfelder folgen. Gleichzeitig ist die Finanzierung sicherzustellen. Ein aktives Krisenmanagement sowie die kontinuierliche und professionelle Kommunikation mit Kapitalgebern sind unverzichtbar, um die Krise nachhaltig zu überwinden. Dies sind Ergebnisse der aktuellen Restrukturierungsstudie von Oliver Wyman „Rückkehr zu Wachstum und Profitabilität im deutschen Maschinen- und Anlagenbau“.
Der Weg durch die Krise
„Der freie Fall ist erstmal gestoppt“, kommentiert Lutz Jäde, Restrukturierungsexperte bei Oliver Wyman, die aktuelle Lage. Denn insgesamt ist der Maschinen- und Anlagenbau gut durch die Krise gekommen: Aufgrund der Boomjahre 2007 und 2008 mit einer guten Umsatz- und Ertragslage ist der Verschuldungsgrad vieler Unternehmen gering. Die Branche hat eine starke Technologieposition sowie stabile Kundenbeziehungen, zudem haben viele Unternehmen die interne Transparenz und Managementprozesse verbessert und Kostenstrukturen flexibilisiert. Durch konsequentes Umsetzen von Sofortmaßnahmen als Reaktion auf den Einbruch konnten kurzfristig Kosten gesenkt sowie die Liquidität gesichert werden.
Keine schnelle Erholung in Sicht
Zur Perspektive erklärt Jäde: „Die künftige Entwicklung hängt von vielen Faktoren ab, etwa der Entwicklung des Euros, dem Tempo der Erholung in wichtigen Abnehmerbranchen und der Entwicklung der BRIC-Staaten.“ Sollte sich der Markt jedoch in ähnlichen Zyklen wie in den 90er-Jahren erholen, könne die Branche nicht mit einer schnellen Rückkehr auf das Vorkrisenniveau rechnen. In diesem Fall sei für 2010 nur ein schwaches Wachstum des Produktionsvolumens zu erwarten. Bis 2013 ist mit derselben Annahme eine jährliche Steigerung von drei bis fünf Prozent möglich. Mittelfristig müssen sich die Unternehmen in diesem Szenario auf ein um 15 bis 20 Prozent niedrigeres Produktionsvolumen als im Jahr 2008 einstellen. Daran ändert auch die leichte Markterholung zu Beginn dieses Jahres nichts Zwar stieg der Auftragseingang im Februar 2010 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresmonat um 29 Prozent. Doch insgesamt liegt der Markt noch immer gut 30 Prozent unter dem hohen Niveau von 2008.
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