Projektcontrolling und Projektrisikomanagement Studie Projektcontrolling und Projektrisikomanagement im Anlagenbau

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Welche Konzepte, Methoden und Instrumente der Ertragssicherung und des Risikomanagements in der Projektabwicklung kann der Anlagenbauer einsetzen? Was hat sich in der Praxis bewährt? Antworten auf diese Fragen liefert die Studie „Projektcontrolling und Projektrisikomanagement im Anlagenbau“, die Ernst & Young in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im VDMA erstellt hat. PROCESS präsentiert Auszüge.

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Selbst eher mittelständisch geprägte Unternehmen agieren heute in Nischen als Weltmarktführer und haben viele Tätigkeiten global ausgerichtet und an Tochtergesellschaften ins Ausland oder an Sublieferanten vergeben. Aber auch große Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus haben hinsichtlich des Controllings und Risikomanagements von Projekten manche Herausforderungen zu bewältigen. Diese sind um so größer:

• je weiter der Gegenstand der Lieferung und Leistung von einem reinen Standard- oder Serienprodukt entfernt ist;

• je mehr es sich um eine langfristige Auftragsfertigung handelt;

• je höher der Entwicklungs- bzw. Konstruktionsaufwand ist;

• je mehr Änderungen während der Auftragsabwicklung auftreten;

• je höher der Finanzierungsaufwand während der Projektlaufzeit ist;

• je mehr konzerninterne Einheiten und externe Zulieferer an der Umsetzung des Gesamtauftrags beteiligt sind;

• je differenzierter und internationaler die Wertschöpfungskette ausgerichtet ist.

Dies sind nur einige Beispiele, welche die Komplexität eines Kundenauftrags im Maschinen- und Anlagenbau erheblich beeinflussen. Wie gehen die Unternehmen damit um, welche Methoden und Instrumente nutzen sie? Was ist dabei verbesserungswürdig?

Projektcontrolling: zeitnahe Überwachung verbessern

Der überwiegende Teil (85 Prozent) der befragten Unternehmen unterwirft jeden Kundenauftrag einem dezidierten Projektcontrolling. Großenteils sind die Verantwortlichkeiten, Methoden und Abläufe des Projektcontrollings schriftlich fixiert. In immerhin 15 Prozent der befragten Unternehmen sind jedoch offenbar keine schriftlichen Vorgaben vorhanden. Die Abläufe des Projektcontrollings ergeben sich hier aus Erfahrungswerten. Dies könnte bei einer hohen Mitarbeiterfluktuation, bei Aufträgen mit vielen Besonderheiten und einer hohen Veränderungsdynamik, z.B. des Liefer- und Leistungssolls oder der Liefertermine, problematisch sein.

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