Trotz Konzernumbau Standort Ludwigshafen bleibt zentral für BASF

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Hoher Kostendruck, Stellenabbau, veränderte Märkte: Vorstandschef Markus Kamieth treibt den Umbau bei BASF voran. China und das Kerngeschäft stehen im Fokus.

BASF will fortlaufend 1,5 Milliarden Euro jährlich in den Erhalt und auch in neue Anlagen in Ludwigshafen investieren.(Bild:  BASF)
BASF will fortlaufend 1,5 Milliarden Euro jährlich in den Erhalt und auch in neue Anlagen in Ludwigshafen investieren.
(Bild: BASF)

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF investiert Milliardensummen in den Erhalt und die Entwicklung seines schwächelnden Stammwerks Ludwigshafen. Der größte Standort des Dax-Konzerns sei die Wiege von BASF und zentral für die Zukunft des Konzerns, sagte Vorstandschef Markus Kamieth auf der Hauptversammlung in Mannheim. „Deshalb ist es so wichtig, dass uns die Veränderung hier gelingt.“

Fortlaufend würden mindestens 1,5 Milliarden Euro jährlich in den Erhalt und auch in neue Anlagen in Ludwigshafen investiert, erklärte der Manager. An dem Standort werde es dennoch weitere Einschnitte in allen Bereichen geben. Bestimmte Dienstleistungen, etwa bei Personal, Finanzen und Digitalisierung, würden künftig verstärkt aus Indien kommen.

Sparprogramm und Stellenabbau

BASF kämpft mit einer zu geringen Auslastung am Stammwerk Ludwigshafen. Der Dax-Konzern hat deshalb mehrere Sparprogramme aufgelegt, inklusive umfangreichem Stellenabbau. Rund 2800 Stellen sind nach Angaben des Vorstands bei der BASF SE in Ludwigshafen seit Anfang 2024 weggefallen. „Für unsere Mannschaft in Ludwigshafen ist das keine einfache Zeit“, sagte Kamieth zu den Veränderungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit. „Ich weiß, dass die Schlagzahl sehr hoch ist.“

Nach den ersten Monaten des laufenden Jahres gab es bei dem Chemiekonzern weltweit 106.428 Beschäftigte und damit rund 5000 weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Im Stammwerk arbeitet mit etwa 33.000 Menschen etwa ein Drittel der weltweiten Beschäftigten.

Keine Produktionsverlagerung nach China

Der Vorstandschef versicherte, die milliardenschweren Investitionen in China in den Verbundstandort Zhanjiang gingen nicht zulasten der heimischen Standorte. Produktion wandere nicht aus Deutschland nach China ab. „Wir produzieren in China für China, nicht für den Export nach Europa“, erklärte der Manager. „Wenn wir Anlagen in Deutschland schließen, dann hat es vor allem mit der Marktentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit in Europa zu tun.“

BASF habe in China zuletzt einen Umsatz von rund acht Milliarden Euro erzielt. In den USA sei es fast das Doppelte, in Europa etwa das Dreifache. Perspektivisch solle das Chinageschäft ähnlich groß werden wie das USA-Geschäft, kündigte der Vorsitzende an. „Aber auch das ist keine Abhängigkeit von einem einzelnen Markt, sondern entspricht der Realität in unserer Branche.“ China stehe für rund die Hälfte des globalen Chemiemarkts.

Verkauf von Tausenden Werkswohnungen

Vorstandsmitglied Katja Scharpwinkel verteidigte den geplanten Verkauf von Tausenden Werkswohnungen der BASF-Tochter Wohnen und Bauen. Der Chemiekonzern wolle sich in seiner wirtschaftlichen Situation auf das Kerngeschäft konzentrieren. Es handele sich um einen hochwertigen Wohnungsbestand, dessen Verkauf einen erheblichen Beitrag zur Stärkung der BASF-Bilanz leisten könne.

Scharpwinkel versicherte, die bestehenden Mietverhältnisse würden bestehen bleiben. Es geht um 1100 Eigentumswohnungen, die an verschiedene einzelne Käufer verkauft werden sollen, sowie um 3300 Wohnungen, die als Gesamtpaket an einen Kaufinteressenten gehen werden.

Mehr Gewinn im ersten Quartal

Im ersten Quartal erzielte BASF einen Konzernumsatz von 16 Milliarden Euro, ein Rückgang um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter dem Strich stieg der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um knapp 15 % auf 927 Millionen Euro.

Aktionärsschützer forderten das Management auf, nicht nur den neuen Standort China hochzufahren, sondern auch Europa als zukunftsfähigen Heimathafen zu sichern. Auf der Hauptversammlung wurde eine unveränderte Dividende von 2,25 Euro je Aktie beschlossen.

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